Spannungen im Nahen Osten bremsen Ölpreisanstieg
Die jüngst erhöhte Volatilität auf dem Ölmarkt hat sich zu Wochenbeginn unverändert gezeigt, nachdem die Preiskurve im Zuge der komplexen Lage im Iran eine Schieflage erlitten hat. Während die Kurse im frühen Handel stabil blieben, verzeichneten sie am Nachmittag einen leichten Rückgang. So wurde die Nordseesorte Brent zur Lieferung im März bei 63,06 US-Dollar gehandelt und notierte damit um 28 Cent niedriger als am vergangenen Freitag. Für die US-Sorte WTI, die im Februar geliefert wird, fiel der Preis um 41 Cent auf 58,71 Dollar.
In den vorangegangenen beiden Handelstagen hatten sich die Ölpreise noch in die Höhe geschraubt. Am Donnerstag lag der Preis für beide Ölsorten noch etwa drei Dollar niedriger, bevor die Situation im Iran an Dringlichkeit gewann. Trotz zunehmender Todeszahlen und beinahe vollständiger Internetsperrung reißen die Massenproteste gegen das Teheraner Regime nicht ab und tragen zur Unsicherheit auf den Märkten bei.
Interessant ist hierbei auch die politische Dimension: Nachdem US-Präsident Donald Trump zunächst verbal Druck auf die iranische Führung ausgeübt hatte, deutete er nun an, dass ein Dialog aufgenommen werden könnte. Über die möglichen Gesprächsthemen schwieg er sich jedoch aus.
Parallel richten Marktteilnehmer auch ein besorgtes Auge auf die Entwicklungen in Venezuela, das mit der größten Ölreserve weltweit ausgestattet ist. Nach einem US-Intervention wird die Zusammenarbeit von US-amerikanischen Ölkonzernen vor Ort angestrebt, auch wenn es einige Zeit benötigen wird, die geschwächte Öl-Infrastruktur des Landes wieder aufzurüsten.

