Spannung an den Börsen vor US-Arbeitsmarktdaten

Die europäische Börsenlandschaft zeigt sich zur Wochenmitte zurückhaltend. Laut Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets lässt die Vorfreude auf die bevorstehenden US-Arbeitsmarktdaten die Dynamik auf den Finanzmärkten abnehmen, wobei Gewinnmitnahmen das Geschehen prägen.
Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, notierte am Mittag 0,24 Prozent schwächer bei 6.032,33 Punkten. Im Gegensatz dazu verzeichnete der britische FTSE 100 einen Zuwachs von 0,53 Prozent auf 10.408,80 Zähler, während der Schweizer SMI nahezu unverändert blieb.
Experten der LBBW sehen im bevorstehenden US-Arbeitsmarktbericht ein meist unauffälliges Bild. Doch trotz eines eingeschränkten Beschäftigungswachstums konnte die amerikanische Wirtschaft zuletzt beeindruckende Wachstumsraten von rund vier Prozent erzielen, was auf produktivitätssteigernde Maßnahmen hindeutet. Dies hat eine dämpfende Wirkung auf die Lohnstückkosten und den Preisauftrieb, während es auch die Zollwirkung der USA mildert.
Am Börsenhimmel trübte der Technologiebereich mit negativen Vorzeichen. Der französische Software-Gigant Dassault Systemes verlor nahezu 20 Prozent, nachdem Analyst Charles Brennan von Jefferies die Wachstumsaussichten des Unternehmens angesichts des dynamischen Wandels kritisch hinterfragte. Auch der Software-Riese SAP schloss 1,8 Prozent im Minus.
Positive Nachrichten lieferten hingegen Ahold Delhaize und der Brauereisektor. Der niederländische Einzelhandelskonzern überraschte mit beeindruckenden Quartalsergebnissen, die zu einem Kursanstieg von knapp neun Prozent führten. Ahold konnte trotz eines schwachen Dollars in den USA punkten und erhöhte seine Verkaufszahlen gegen den Branchentrend. Der Getränkesektor verzeichnete ebenfalls positive Tendenzen, wobei AB Inbev um 1,2 Prozent zulegte, unterstützt durch die starken Ergebnisse von Heineken und die angekündigten strukturellen Anpassungen.
An der Spitze der Gewinne standen die Ölwerte. Die neuesten Ergebnisse von Totalenergies wurden positiv aufgenommen und verhalfen dem Titel zu einem Zuwachs von rund zwei Prozent.

