Capcoms CEO erklärt den PC zur wichtigsten Gaming-Plattform der Welt und hat die Zahlen dafür
Capcom hat in den letzten Jahren bewiesen, dass das Studio weiß, wie man Spiele entwickelt, die sich verkaufen. Monster Hunter, Resident Evil, Devil May Cry – die Marken sprechen für sich. Doch neben den Spielen selbst gibt es eine strategische Weichenstellung, die CEO Kenzo Tsujimoto im aktuellen Jahresbericht unmissverständlich formuliert hat. Und sie betrifft eine Plattform, über deren Vorherrschaft in der Branche seit Jahren debattiert wird.
PC als Wachstumsmotor – Tsujimoto macht seine Position klar
Im jüngsten Jahresbericht von Capcom äußerte sich Kenzo Tsujimoto mit einer Deutlichkeit, die selten ist für einen CEO eines japanischen Spielekonzerns: „Ich glaube, dass der PC sich als weltweit führende Gaming-Plattform weiter etablieren wird, was den Wert des PC-Marktes steigern dürfte.“ Das ist keine beiläufige Randbemerkung, sondern eine strategische Positionierung. Capcom setzt erkennbar darauf, dass der PC langfristig Konsolen überholt – nicht nur in der Nutzerzahl, sondern auch im wirtschaftlichen Gewicht. Die Grundlage für diese Überzeugung liefern die eigenen Verkaufszahlen: Ein erheblicher Anteil der Capcom-Titel wurde zuletzt auf dem PC abgesetzt, und die Entwicklung weist konstant nach oben.
Monster Hunter Wilds, PC-Probleme und trotzdem Zuversicht
Diese Haltung ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Capcom auf dem PC zuletzt nicht nur Erfolge verbuchen konnte. Monster Hunter Wilds war auf der Plattform von technischen Problemen begleitet – Performanceschwächen und Optimierungsmängel trübten den Launch. Tsujimoto klammert das nicht aus, aber es ändert nichts an der grundlegenden Überzeugung des Studios. Ganz im Gegenteil: Die Bereitschaft, zum PC zu stehen und weiter in ihn zu investieren, auch nach einem holprigen Erscheinungsbild, ist ein Signal an Entwickler und Community gleichermaßen. Hinzu kommt ein externer Faktor, der Capcoms Kalkül zusätzlich bestärkt: Microsofts Project Helix, die kommende Next-Gen-Konsole, soll PC-Spiele nativ unterstützen – eine Entwicklung, die die Grenzen zwischen beiden Plattformen weiter verschwimmen lässt.
Franchise-Expansion jenseits der Konsole
Capcom denkt dabei nicht nur in Plattform-Kategorien, sondern auch in Mediengrenzen. Der Erfolg von Devil May Cry auf Netflix hat dem Studio gezeigt, dass seine Marken weit über den Bildschirm hinaus funktionieren. Eine Resident-Evil-Verfilmung ist bereits in Arbeit – und signalisiert, dass Capcom seine wichtigsten Franchises systematisch in andere Medien überführen will. Das ist keine Ablenkung vom Kerngeschäft, sondern eine Verlängerung desselben in Bereiche, die neue Zielgruppen erschließen und bestehende Fans zusätzlich binden. Wer Resident Evil bisher nur als Spielereihe kannte, könnte durch einen Film zum Fan werden – und umgekehrt. Alles zusammengenommen zeichnet Capcom das Bild eines Studios, das seine Stärken kennt, seine Schwächen nicht ignoriert und sowohl technologisch als auch medial in die Offensive geht. Dass ausgerechnet der PC dabei als zentrales Standbein der Zukunft ausgerufen wird, ist eine These, die nicht jeder teilen muss – aber die Zahlen geben Tsujimoto zumindest vorerst recht.


