Söder mahnt zur Einigkeit: „Land geht vor Partei“
Markus Söder, Vorsitzender der CSU, hat die Koalition aus Union und SPD eindringlich dazu aufgerufen, parteiliche Differenzen hintanzustellen und gemeinsam für das Wohl des Landes zu arbeiten. Laut Söder ist in einer Koalition das Streben nach taktischen Vorteilen nicht zielführend. Wichtiger sei, was tatsächlich für das Land von Bedeutung ist. Der bayerische Ministerpräsident betonte die Notwendigkeit, politische Entscheidungen stärker an den Bedürfnissen der Mitte der Gesellschaft auszurichten, anstatt sich in akademischen Diskussionen zu verlieren. Pragmatismus sei gefragt: Die Bevölkerung habe ein feines Gespür für Gerechtigkeit und erwarte handfeste Lösungen. Söder äußerte zudem, dass Priorität auf Geschwindigkeit bei Reformen gelegt werden müsse. Er plädiert dafür, die Wirtschaft als zentralen Punkt auf die Agenda der Bundesregierung zu setzen. Der Fokus soll auf der Reduzierung von Bürokratie und dem Schaffen von Vertrauen in wirtschaftliche Prozesse liegen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.
Die schwarz-rote Bundesregierung ist erst seit rund einem halben Jahr im Amt, nachdem das Kabinett von Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Mai vereidigt wurde. In jüngsten Umfragen, wie dem vom Meinungsforschungsinstitut Insa erfassten Sonntagstrend, zeigen sich deutliche Herausforderungen für die Koalition. Die AfD bleibt mit 26 Prozent trotz leichter Verluste die stärkste Kraft, während die Union und die SPD in den Zustimmungswerten wenig Bewegung zeigen. Besorgniserregend ist der Anteil der Unzufriedenen: Ganze 66 Prozent der Befragten äußerten Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit, was einem Anstieg von drei Prozentpunkten entspricht. Skepsis herrscht darüber, ob die Koalition bis 2029 Bestand haben wird, da knapp die Hälfte der Befragten dies bezweifelt.

