Scherbenhaufen auf Awaji: Assassin’s Creed Shadows‘ erstes DLC versinkt in Kritik
Kaum ist die erste Inhaltserweiterung für das gefeierte Assassin’s Creed Shadows erschienen, zieht bereits ein Sturm der Entrüstung auf. Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung von Claws of Awaji zeichnet die PC-Version auf Steam ein düsteres Bild. Die Aggregat-Bewertung der Nutzer steht zum Zeitpunkt dieses Artikels auf „Größtenteils Negativ“. Aus über 230 Rezensionen resultiert eine niederschmetternde Zustimmungsrate von lediglich 34 Prozent. Statt eines gefeierten Einstands erlebt Ubisofts erster Vorstoß in die Post-Launch-Ära des feudalen Japans ein veritables Scherbengericht seitens der Community.
Zwischen Abstürzen und inhaltlicher Leere
Die Gründe für dieses vernichtende Urteil sind vielfältig und schlagen in zwei Kerben: technische Gebrechen und inhaltliche Enttäuschung. Ein Großteil der negativen Rezensionen prangert massive Probleme an, die von wiederholten Spielabstürzen bis hin zu einem fundamentalen Bug reichen, der es manchen Spielern unmöglich macht, die Questreihe des DLCs überhaupt zu starten. Doch selbst jene, die von diesen gravierenden Fehlern verschont blieben, zeigen sich nicht durchweg begeistert. Zahlreiche Kritiker empfinden Claws of Awaji als unterwältigend oder schlichtweg viel zu kurz für eine Erweiterung, die eigentlich als verlockender Bonus für Vorbesteller des Hauptspiels gedacht war und die Protagonisten Naoe und Yasuke auf die Insel Awaji führt, um die Geschichte um Naoes Mutter zu ergründen.
Die ambitionierte Vision der Abgeschiedenheit
Diese harsche Realität der Spieler steht in scharfem Kontrast zur ambitionierten Vision, die die Entwickler für die Erweiterung verfolgten. Simon Arsenault, der Content Director des Spiels, sprach offen über die Herausforderung, Spieler nach 50, 70 oder gar 100 Stunden im Hauptspiel erneut zu fesseln. Die Lösung sah man in einem einzigartigen Schauplatz. Die Inselregion Awaji wurde bewusst gewählt, um mit ihren natürlichen Grenzen eine kompakte, abgeschottete Erfahrung zu schaffen. Man wollte die Spannung erhöhen und dem Spieler das Gefühl geben, das vertraute Terrain zu verlassen und als Eindringling das Reich einer neuen Fraktion zu betreten, in dem er nicht mehr die vollständige Kontrolle hat. Trotz der Kritik bringt das Add-on mit dem Bo-Stab eine neue Waffe für Naoe und damit einen frischen Kampfstil ins Spiel, während Ubisoft von über zehn Stunden an neuen Inhalten spricht.
Das Spiel mit den Erwartungen
Arsenault betonte zudem, wie man gezielt etablierte Routinen durchbrechen wollte, um für neue Würze zu sorgen. Neue Bosskämpfe sollten Spieler dazu zwingen, ihre erlernten Strategien zu überdenken und neue Taktiken zu finden. „Du nimmst etwas, das zur Routine geworden ist, und fügst einen kleinen Twist hinzu“, erklärte er. Dieses Prinzip wurde auf viele Systeme angewendet. Ein prägnantes Beispiel: Während man im Hauptspiel daran gewöhnt war, Zivilisten und Händlern zu helfen, können einige dieser Charaktere im DLC nun plötzlich zum Angriff übergehen – ein Bruch mit den Erwartungen, der für unvorhersehbare Momente sorgen sollte. Es ist die tragische Ironie, dass eine Erweiterung, die so sehr darauf aus war, die Spielerfahrung aufzurütteln, nun selbst an fundamentalen technischen Hürden zu scheitern droht.
Assassin’s Creed Shadows
Erlebe ein episches, historisches Action-Adventure im feudalen Japan und werde zu einer tödlichen Shinobi-Assassinin und einem mächtigen legendären Samurai, während du eine wunderschöne offene Spielwelt in chaotischen Zeiten erkundest

