Scharfe Töne im Handel: China prüft Mexikos Zollpolitik
China hat eine Untersuchung gegen Mexiko eingeleitet, nachdem das lateinamerikanische Land Pläne ankündigte, Zölle von bis zu 50% auf über 1.400 Produkte aus Asien zu erheben. Diese Maßnahmen sollen der heimischen Industrie Schutz bieten, die nicht nur durch Zölle auf Exporte in die USA, sondern auch durch günstige chinesische Waren in Mexiko unter Druck steht. In einer Erklärung des chinesischen Handelsministeriums hieß es, dass Mexikos Zölle die Interessen der betroffenen Länder schädigen und das Vertrauen der Investoren in das lateinamerikanische Land untergraben könnten. „China ist der Ansicht, dass angesichts des aktuellen Missbrauchs von Zöllen durch die USA alle Länder gemeinsam jegliche Form des Unilateralismus und Protektionismus ablehnen sollten“, so das Ministerium. Man dürfe die Interessen Dritter nicht aus Zwang opfern, ergänzte die Behörde.
Untersucht werden sollen insbesondere die jüngsten Abgaben auf Textilien, Autos, Stahl, Haushaltsgeräte sowie andere Handels- und Investitionsbeschränkungen, die Mexiko in den letzten Jahren gegenüber China verhängt hat. Des Weiteren kündigte das Handelsministerium an, eine Anti-Dumping-Ermittlung gegen Pekannüsse aus Mexiko und den USA zu starten. Dabei sieht sich Mexiko auch dem Druck der Trump-Regierung ausgesetzt, chinesische Importe einzuschränken, da einige dieser Waren über das Land in den US-Markt gelangen.
Trotzdem betonte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum, dass die Zölle nicht auf Druck der USA zurückzuführen seien. „Wir pflegen sehr gute Beziehungen zu China und möchten diese weiterhin erhalten“, so Sheinbaum. Im Jahr 2024 importierte Mexiko Produkte im Wert von rund 115 Milliarden Dollar (etwa 98 Milliarden Euro) aus China, was potenziell Auswirkungen auf Chinas Wirtschaft haben könnte. Im Gegensatz dazu exportierte Mexiko im vergangenen Jahr Waren im Wert von lediglich 5,7 Milliarden Dollar (etwa 4,9 Milliarden Euro) nach China. Auch andere asiatische Länder wie Südkorea, Thailand, Indien, die Philippinen und Indonesien werden von den mexikanischen Zöllen getroffen.
Ob Chinas Untersuchung zu konkreten Maßnahmen gegen Mexiko führen wird, bleibt abzuwarten. Unter den geltenden Regelungen kann ein festgestelltes Handelshemmnis zu Konsultationen, einem Multilateral-Abkommen oder anderen geeigneten Schritten führen.

