Satoshis 22.000 Wallets erschweren mögliche Quantenangriffe auf Bitcoin: Experte

Die Bedrohung durch Quantencomputer für Bitcoin könnte weniger konzentriert sein als allgemein angenommen. Diese strukturelle Besonderheit verändert stillschweigend die Art und Weise, wie Entwickler und Investoren das Risiko einschätzen.
Ein verteiltes Problem, kein einzelnes Ziel
Die Bitcoin-Bestände des pseudonymen Schöpfers Satoshi Nakamoto sind auf etwa 22.000 separate Adressen verteilt, von denen jede 50 BTC enthält. Ein Quantencomputer, der in der Lage wäre, die Verschlüsselung von Bitcoin zu knacken, müsste daher Tausende von individuellen Wallets angreifen, anstatt ein einziges großes Ziel.
Laut Alex Thorn, einem Forscher, der kürzlich an einem Branchentreffen in Las Vegas teilnahm, verändert diese Tatsache die Einschätzung der Bedrohung. Die wirklich wertvollen Ziele seien große Börsen und aktive Institutionen, die bei Bedarf auf post-quantum Adressen migrieren können.
Der Unterschied zwischen langfristigen und kurzfristigen Quantenangriffen ist ebenfalls von Bedeutung. Neutrale Atom-Quantensysteme, ein konkurrierender Ansatz zur bekannteren supraleitenden Methode, sind nur zu langfristigen Angriffen fähig.
Google hat kürzlich ein Labor für neutrale Atome eröffnet, kurz bevor ein bedeutendes Papier zur Quantencomputing veröffentlicht wurde. Einige Beobachter sehen darin ein stilles Eingeständnis, dass die supraleitende Technologie möglicherweise Grenzen hat, obwohl das Unternehmen dies nicht direkt gesagt hat.
Eigentumsrechte und die Satoshi-Frage
Die Frage, ob das Bitcoin-Protokoll jemals geändert werden sollte, um Satoshis Coins zu adressieren, führte zu starken Meinungen. Basierend auf Thorns Bericht über die Diskussionen bei der Veranstaltung bildete sich ein grober Konsens: Diese Coins sollten nicht angetastet werden.
Eine Änderung des Protokolls, um sie zu bewegen oder einzufrieren, würde ein grundlegendes Prinzip untergraben – dass Eigentumsrechte im Bitcoin-Netzwerk unverletzlich sind. Eine Verletzung dieses Prinzips, selbst mit guten Absichten, könnte dem Netzwerk langfristig schaden.
Dennoch erkannten Experten an, dass das Risiko durch Satoshis Coins beherrschbar ist. Vorschläge wie der "Sanduhr"-Mechanismus könnten aktiviert werden, wenn ein langfristiger Quantenangriff droht.
On-Chain-Daten, die von Thorn zitiert werden, zeigen auch, dass die Bitcoin-Märkte regelmäßig über 1 Million BTC in kurzer Zeit absorbiert haben. Das bedeutet, dass selbst ein Worst-Case-Szenario mit einem Preisverfall von 50% überlebbar sein könnte, wenn die Eigentumsrechte dabei gewahrt bleiben.
Der Fall für stille Forschung
In Bezug auf die Entwicklung von Post-Quantum-Kryptografie für Bitcoin deuteten die Gespräche in Las Vegas auf einen klaren Mittelweg hin. Hintergrundforschung – das Erstellen, Testen und Komprimieren neuer kryptografischer Signaturen – wurde allgemein als sinnvoll angesehen, auch wenn die Implementierung noch Jahre entfernt ist.
Die Sorge betrifft nicht die Forschung selbst, sondern wie sie eingeführt wird. Etwas Ungetestetes in das Protokoll einzuführen oder eine Governance-Blockade auszulösen, während andere Upgrades warten, sind die wirklichen Gefahren, die vermieden werden sollten.

