ZDF blickt auf ein Amerika zwischen Traum und Wirklichkeit

Ab Juni kommt eine neue dreiteilige Reportage. Der Anlass ist das 250-jährige Bestehen der Staaten.
Dieses Jahr feiern die USA ihr 250-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass zeigt das Zweite Deutsche Fernsehen im nächsten Monat eine dreiteilige Reportage von Jan Tenhaven und Jens Strohschnieder unter dem Titel Amerika – Traum und Wirklichkeit. Ab Dienstag, 9. Juni 2026, 5.00 Uhr ist die Produktion vollständig im ZDF zu streamen. Am gleichen Tag um 20.15 Uhr wird der erste Teil zudem in der Primetime des linearen Hauptsenders zu sehen sein.
Die Produktion fragt: Wie steht es um die Kernwerte der Nation "Life, Liberty, and the Pursuit of Happiness " – "Leben, Freiheit und das Streben nach Glück", das die amerikanische Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 verspricht? Wie viel vom "American Dream" ist geblieben in einem Land, das tief gespalten ist, wie selten zuvor? Persönliche Erfahrungen verschiedenster Menschen und Analysen von Expertinnen und Experten sollen ein mehrstimmiges Porträt der USA zeichnen.
Unter anderem dabei sind: Dr. Sheila Nazarian. Sie hat ihren persönlichen "American Dream" tatsächlich verwirklicht: Die jüdische Iranerin ist erfolgreiche Schönheitschirurgin in Los Angeles mit eigener Netflix-Serie. Als stolze US-Amerikanerin und überzeugte Trump-Unterstützerin verkörpert sie die migrantische Erfolgsgeschichte in der Doku-Reihe. Was bedeutet es hingegen, Amerikaner oder Amerikanerin zu sein, wenn die eigenen Vorfahren in Ketten ins Land gebracht wurden, wie bei Joycelyn "Joy" Davis, Nachfahrin der Versklavten des letzten bekannten Sklavenschiffs "Clotilda"?
Oder wenn die Vorfahren schon da waren, lange bevor es die USA gab? Celestine Stadnick gehört zur indigenen Minderheit der Lakota und lebt im Pine‑Ridge‑Reservat in South Dakota – der ärmsten Gegend der USA. Sie nimmt das Filmteam mit nach Wounded Knee, wo 1890 das Massaker an ihrem Volk stattfand. In Arkansas legt Eric Orwoll das Fundament für eine Siedlung, in der nur weiße, christliche, heterosexuelle Amerikaner willkommen sind. Für ihn gibt es zu viele Einwanderer aus "fremden Kulturen" – Amerika müsse zu seinen Wurzeln zurück. Politikwissenschaftlerin Sudha David-Wilp sieht in Menschen wie Eric eine neue Welle alten Denkens: "Die Idee, Amerika gehöre einer weißen Mehrheit, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte – sie verschwindet nie ganz, sondern taucht in neuen Formen wieder auf."

