Saints Row dürfte tot sein! Embracer ignoriert Wiederbelebungsvorschlag des Urgesteins
Es gibt Spielereihen, die trotz aller Rückschläge eine treue Anhängerschaft behalten. Saints Row ist so eine Reihe – und genau deshalb tut die jüngste Neuigkeit besonders weh. Chris Stockman, der Designdirektor des allerersten Teils, hatte monatelang an einem Konzept gearbeitet, das der Franchise neues Leben einhauchen sollte. Doch statt einer Antwort bekam er – nichts. Und das lässt ihn zu einem niederschmetternden Schluss kommen.
Ein Urgestein meldet sich zu Wort – und zeichnet ein düsteres Bild
Stockman machte seinem Frust auf einem Discord-Server Luft und schrieb in aller Deutlichkeit: „Ehrlich gesagt glaube ich, dass die Reihe leider tot ist. Ich habe das Gefühl, dass Embracer absolut keine Möglichkeit hat, irgendetwas damit anzufangen. Ich wünschte, die Dinge wären anders. Ich habe mein Bestes getan, um einen Weg nach vorne anzubieten – aber sie haben mich einfach verschwinden lassen.“ Eine bitterere Aussage hätte kaum aus dem Munde eines der Mitväter der Reihe kommen können. Stockman hatte im vergangenen Herbst noch Hoffnung geweckt, als er öffentlich ankündigte, an einem Neustart-Konzept zu arbeiten. Dass Embracer als aktueller Rechteinhaber auf diesen Vorstoß offenbar mit vollständigem Schweigen reagierte, ist ein deutliches Zeichen – wenn auch kein offizielles.
Von bescheidenen Anfängen zur Kultmarke – die Geschichte einer Reihe
Saints Row startete 2006 als exklusiver Titel für die Xbox 360, noch bevor Rockstar Games Grand Theft Auto 4 auf den Markt brachte. Was zunächst als Nischenprodukt galt, wuchs mit Saints Row 2 zur echten Alternative für all jene, die den ausgelassenen Tonfall von Grand Theft Auto: San Andreas vermissten. Der dritte Teil legte 2011 mit überdrehter Komik und dem charismatischen Aufstieg der Third Street Saints in der fiktiven Stadt Steelport nach, während Saints Row 4 die Reihe 2013 vollends in Richtung Superheldenkomödie trieb. Der Versuch, die Marke 2022 mit einem Reboot zu verjüngen, scheiterte jedoch eindrücklich – schwache Gegner-Intelligenz, ideenlose Nebenaufgaben und blasses Schreiben zogen scharfe Kritik auf sich. Seitdem war es still um die Reihe.
Embracer, ein gescheiterter Reboot und die Frage nach dem Morgen
Erschwerend kommt hinzu, dass Embracer als Rechteinhaber nicht gerade für seine entschlossene Handlungsfähigkeit bekannt ist. Berichte deuten darauf hin, dass der gescheiterte Reboot ursprünglich als vollwertiger Nachfolger geplant war, der nahtlos an Saints Row: The Third angeschlossen und vertraute Figuren wie The Boss, Shaundi, Pierce und Johnny Gat zurückgebracht hätte. Dass stattdessen ein lauwarmer Neustart das Licht der Welt erblickte, der die Fangemeinde spaltete, ist im Nachhinein betrachtet umso bedauerlicher. Stockman hatte in der Vergangenheit auch angemerkt, dass Grand Theft Auto 6 wohl das kommerziell schwergewichtigste Spiel aller Zeiten werden dürfte – womit der Druck auf jede potenzielle Konkurrenz im offenen Stadtaktionsgenre ohnehin immens wäre. Ob Saints Row diesem Druck je wieder entgegentreten wird, ist derzeit ungewisser denn je.


