Ryanair hebt Passagierprognose dank schnellerer Boeing-Lieferungen an
Mit einer freudigen Nachricht überraschte Ryanair die Märkte: Aufgrund schnellerer Lieferungen von Boeing-Jets erwartet Europas führender Billigflieger einen deutlichen Anstieg seiner Passagierzahlen. Die neu anvisierten 207 Millionen Fluggäste bis Ende März 2026 übersteigen die bisherigen Erwartungen um etwa eine Million. Während das Sommergeschäft den Gewinn von Ryanair deutlich auf neue Höhen hob, bleibt Ryanair-Chef Michael O'Leary dennoch vorsichtig und verzichtet auf eine konkrete Gewinnprognose für das laufende Jahr.
Der Aktienkurs von Ryanair erlebte einen schwankenden Verlauf: Anfangs nach der Ankündigung noch im Minus, legte die Aktie im Laufe des Tages zu und endete mit einem Plus von 2,5 Prozent bei 26,90 Euro. Beeimpressend bleibt die Wertsteigerung seit Jahresbeginn mit einem Plus von 41 Prozent und über 80 Prozent seit dem Vorkrisenniveau Ende 2019. Ryanair ist nun mit über 28 Milliarden Euro an der Börse bewertet und übersteigt damit die Marktbewertungen von Konkurrenten wie der Deutschen Lufthansa, IAG und Easyjet bei Weitem.
Vergangene Verzögerungen in der Flugzeuglieferung verdankte Ryanair den Krisen bei Boeing. Doch nun hofft das Unternehmen auf die Lieferung der restlichen sechs Maschinen von insgesamt 210 Jets bis zum nächsten Sommer. Zudem plant Ryanair, ab 2027 die neue Boeing 737 Max 10 ins Portfolio aufzunehmen, deren Zulassung jedoch noch aussteht. In Ermangelung alternativer Flugzeuglieferanten wie Airbus, die für Jahre ausverkauft sind, bleibt Ryanair stark auf Boeings Lieferfähigkeit angewiesen.
Das letzte Sommerquartal glänzte mit beeindruckenden Zahlen: Ein Umsatzanstieg von acht Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro und ein Überschuss, der um 20 Prozent auf über 1,7 Milliarden Euro stieg, beeindruckte Analysten. Auch die Ticketpreise erholten sich auf das Niveau von Sommer 2023. Trotz erfolgreicher Zahlen bleibt O'Leary vorsichtig bei Gewinnprognosen. Branchenexperten, wie Axel Stasse von Morgan Stanley, äußern Kritik an Ryanairs Zurückhaltung in puncto Gewinnvorhersagen.

