Planet Zoo 2 kommt im Oktober: Aquarien, Volieren und Artenschutzgebiete enthüllt
Sieben Jahre nach dem Release des ersten Teils legt Frontier Developments mit Planet Zoo 2 nach – und die Ankündigung hat es in sich. Der britische Entwickler, bekannt für seinen unermüdlichen DLC-Hunger bei Planet Coaster und Jurassic World Evolution, schaltet mit dem Sequel einen Gang höher: Erstmals dürfen Zoowärter echte Aquarien und Volieren bauen, Vögel segeln durch die Lüfte, Haie gleiten durch Becken. Dazu kommen Naturschutzgebiete, die das Spielgeschehen über den Zoozaun hinaus tragen. Wir haben uns die Ankündigung genau angesehen und sortieren ein, was hinter dem Hype steckt.
Aquarien und Volieren: Was Planet Zoo 2 neu macht
Die drei großen Feature-Blöcke, mit denen Frontier den Nachfolger vom 2019er-Original abhebt, sind schnell umrissen:
- Aquarien: Erstmals ziehen vollwertige Wasserlebewesen ein – darunter der Schwarzspitzen-Riffhai, die Echte Karettschildkröte und bunte Fischschwärme für Süß- und Salzwasser. Anders als bei einfachen Platzhalter-Becken setzt Frontier auf komplett anpassbare Aquarien: Du bestimmst Standort, Dekoration und Größe selbst. Filtersysteme und eine Personalschleuse für die Zoowärter simulieren den realen Betriebsaufwand – ein Detail, das Planet-Zoo-Veteranen zu schätzen wissen werden.
- Volieren: Flugfähige Vögel wie der Riesentukan und der Sekretärvogel beziehen individuell gestaltbare Volieren. Stützstangen und dynamische Netzabdeckungen spannen das Dach über dem Gehege auf – per Knopfdruck. Besucher können bestimmte Volieren sogar betreten, was neue Wege für Gästeunterhaltung und Bildungsangebote eröffnet.
- Technische Überarbeitung: Frontier verspricht einen Sprung bei Fell-, Feder- und Schuppendarstellung, authentischeres Atem- und Geräuschverhalten sowie ein überarbeitetes Beleuchtungssystem. Neue Vegetations- und Geländepinsel sollen die Landschaftsgestaltung beschleunigen.
Dazu kommen vier neue Szenarien-Themen, fünf wiederkehrende aus Planet Zoo 1, Skalierungswerkzeuge und Flexi-Colour – Werkzeuge, die man aus dem Vorgänger und Planet Coaster 2 bereits kennt.
Naturschutzgebiete: Vom Zoo in die Wildnis
Eine Neuerung, die über die reine Gehege-Simulation hinausgeht: Mit den Naturschutzgebieten verlagerst du den Tierschutz erstmals außerhalb der Zooparks. Du übernimmst globale Naturschutzprojekte, erfüllst spezifische Anforderungen und wilderst Tiere in weitläufigen, frei gestaltbaren Ökosystemen aus. Diese Gebiete funktionieren mit minimalem Personalaufwand, werfen aber Forschungsboni für deinen Zoo ab.
Das Konzept erinnert an das, was Modder in Planet Zoo 1 seit Jahren mit Tricks und unzähligen Dekorationsobjekten zu simulieren versuchten: weitläufige, natürliche Gehege jenseits der engen Zoogrenzen. Frontier greift hier einen Community-Wunsch auf, der seit Release des Originals durch die Foren geistert.
Ob die Naturschutzgebiete allerdings mehr sind als eine hübsch verpackte zweite Baumap mit reduzierter Management-Tiefe, wird sich zeigen. Die Beschreibung „minimaler Personalaufwand“ könnte auch bedeuten: weniger Simulation, mehr Diorama-Baukasten.
Frontiers COBRA-Engine und die Planet Coaster 2-Frage
Hier wird es kritisch. Frontier setzt bei Planet Zoo 2 – wie bei allen hauseigenen Simulationsspielen – auf die COBRA Engine. Diese ist seit über einem Jahrzehnt im Einsatz und hat ein bekanntes Problem: Die DX11-basierte Render-Pipeline kann Draw Calls nur auf einem CPU-Kern verarbeiten. In Planet Coaster und Planet Zoo 1 führte das bei vollen Parks mit tausenden Einzelobjekten und -besuchern regelmäßig zu Framerate-Einbrüchen selbst auf High-End-Systemen.
Nun verspricht Frontier für Planet Zoo 2 einen „gewaltigen Fortschritt“ bei Grafik und Beleuchtung. Wie das mit einer Engine funktionieren soll, deren fundamentale CPU-Limitierung seit Jahren dokumentiert ist, bleibt offen. Ein natives DX12-Backend oder Vulkan-Support wurden in der Ankündigung nicht erwähnt.
Und dann ist da Planet Coaster 2. Der Freizeitpark-Nachfolger landete im November 2024 mit UI-Problemen, KI-Aussetzern, Bugs bei Fahrgeschäften und einem Metacritic User Score von 5,2. Viele Käufer fühlten sich an einen Early Access erinnert, nicht an ein fertiges Produkt. Frontier hat seitdem Patches nachgeschoben, aber der Vertrauensschaden war angerichtet. Die Frage ist nicht, ob Planet Zoo 2 besser wird als Planet Coaster 2 – sondern ob Frontier aus den Fehlern gelernt hat oder der interne Druck, drei große CMS-Franchises (Planet Coaster, Planet Zoo, Jurassic World Evolution 3) parallel zu stemmen, zu ähnlichen Qualitätsabstrichen führt.
Dass Frontier Ende 2023 rund 20 Prozent der Betriebskosten durch Entlassungen strich und sich nach dem Realms-of-Ruin-Flop auf Simulationsspiele als Kerngeschäft zurückzog, macht die personelle Ausgangslage nicht einfacher.
49,99 Euro, Deluxe-Edition und das leise DLC-Versprechen
Die Preisgestaltung ist transparent: 49,99 Euro für die Standard Edition, 64,99 Euro für die Deluxe Edition mit sechs zusätzlichen Tierarten und exklusiven Tierschildern. Vorbesteller erhalten das Bonus-Inhaltspaket mit einem Toucan-Eat-Laden, drei Spezial-Spendenbüchsen und einer Tiger-Fotowand.
So weit, so fair – aber wer Planet Zoo 1 kennt, weiß, dass der Basispreis nur der Eintritt ist. Das Original brachte seit 2019 über 20 DLCs heraus: Tierpakete, Bau-Packs, Szenarien. Die Gesamtkosten für den kompletten Content liegen deutlich über 200 Euro. Mit sechs Deluxe-exklusiven Tieren zum Start deutet Frontier an, dass dieses Modell in Planet Zoo 2 bruchlos weiterläuft.
Das ist per se nicht verwerflich – die Tier-DLCs waren im Original meist fair bepreist und handwerklich hochwertig. Aber wer jetzt zugreift, sollte wissen, dass die 49,99 Euro Startpreis langfristig nur der Grundstein für ein deutlich teureres Gesamtpaket sein werden.
Weitere Details will Frontier am 6. Juni beim Wholesome Direct und am 7. Juni bei der PC Gaming Show enthüllen.


