Regierung verschärft Kontrollen: Barbershops und Nagelstudios im Fokus
Die deutsche Bundesregierung setzt im Kampf gegen Schwarzarbeit und Geldwäsche neue Akzente und richtet ihren Blick verstärkt auf Barbershops, Kosmetik- und Nagelstudios. Zukünftig sollen dort Beschäftigte stets ihren Personalausweis bereithalten, ähnlich den Vorgaben in der Bauindustrie und Gastronomie. Diese Maßnahme ist Teil eines neuen Gesetzespakets, das kürzlich in Berlin verabschiedet wurde und nun im Bundestag diskutiert werden soll.
In jüngster Zeit hatten Barbershops nicht nur mit illegaler Beschäftigung, sondern auch mit Geldwäsche und Verbindungen zur organisierten Kriminalität auf sich aufmerksam gemacht, wie aus Regierungskreisen verlautete. Auch in Nagelstudios seien Fälle von unerlaubter Beschäftigung und problematischen Arbeitsbedingungen festgestellt worden.
Beflügelt von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) zielt das neue Gesetz darauf ab, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit effektiver im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität zu machen. Klingbeil betonte die Notwendigkeit einer härteren Gangart, um jene zur Rechenschaft zu ziehen, die auf Kosten der Gesellschaft und auf dem Rücken illegal beschäftigter Arbeitskräfte profitieren. Ein besserer Datenaustausch und eine stärkere digitale Vernetzung der Behörden sollen dies unterstützen. Zusätzlich sollen Betrugsfälle frühzeitig erkannt und selbständig bearbeitet werden können, um die Gerichte zu entlasten.
Ein weiterer positiver Nebeneffekt der geplanten Gesetzesänderungen wären erhöhte Einnahmen für den Staat: Das Finanzministerium prognostiziert bis 2029 Mehreinnahmen von etwa zwei Milliarden Euro für Bund, Länder und Sozialversicherungen.

