Porsche SE richtet Blick auf Rüstungssektor – und senkt Gewinnprognose
Die Herausforderung der globalen Automobilbranche macht dem deutschen Finanzkonglomerat Porsche SE schwer zu schaffen. Angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen in China, der andauernden US-Zölle und einer schwächelnden europäischen Wirtschaft hat die Holding ihre Gewinnziele für das Jahr angepasst. Im zweiten Quartal hatten Volkswagen und die Porsche AG, die Kernbeteiligungen der Holding, erhebliche Gewinneinbußen erlitten, was auch die Porsche SE in Mitleidenschaft zog.
Als Antwort auf diesen Druck verfolgt das Management unter der Leitung von Hans Dieter Pötsch eine Neuorientierung. Der Rüstungs- und Sicherheitssektor soll künftig verstärkt in den Fokus der Investitionen rücken. Pötsch versichert zwar, dass der Kernfokus auf Mobilitäts- und Industrietechnologie bestehen bleiben werde, doch das Streben nach Diversifikation deckt nun auch dual-use-fähige Technologien ab.
Die Porsche-SE-Aktie, an der Börse im DAX gelistet, konnte am gestrigen Vormittag ein leichtes Plus von 0,3 Prozent verzeichnen, stand jedoch trotz allem bei lediglich 36,32 Euro. Ein scharfer Kontrast zu den Höchstpreisen von über 100 Euro im Jahr 2021. Dessen ungeachtet sehen Analysten wie Pankaj Gupta von JPMorgan für den kommenden Monat ein Ende der DAX-Zugehörigkeit der Porsche SE und möglicherweise auch der Porsche AG.
Die im Finanzbericht des Unternehmens dargestellten Beteiligungsergebnisse fielen deutlich ab, und die bereinigte Gewinnerwartung wurde auf 1,6 bis 3,6 Milliarden Euro herabgestuft. Angesichts dieser Herausforderungen plant die Porsche SE weiterhin, ihre Nettoverschuldung zum Jahresende in einem Bereich von 4,9 bis 5,4 Milliarden Euro zu halten.
Um in der neuen strategischen Ausrichtung Fuß zu fassen, plant Porsche SE die Gründung einer Investitionsplattform speziell für junge Technologieunternehmen im Verteidigungssektor. Der Fokus liegt auf technologieträchtigen Anwendungsgebieten wie Cybersecurity, Satellitenüberwachung und Logistiksystemen. Auch Kooperationen mit weiteren Investoren und Unternehmen sind im Gespräch, was die Wachstumschancen in diesem potenziell lukrativen Sektor eröffnen könnte.

