Politische Turbulenzen: Polen warnt Putin vor ungestörtem Überflug
Die diplomatische Spannung zwischen Polen und Russland hat einen neuen Höhepunkt erreicht, nachdem der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski eine deutliche Warnung an Kremlchef Wladimir Putin ausgesprochen hat. Im Zuge des geplanten Treffens zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump in Budapest, machte Sikorski klar, dass eine Flugroute über Polen erhebliche Risiken darstellen könnte. Grund dafür ist ein geltender Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, der Putin aufgrund von Kriegsverbrechen, darunter die Entführung ukrainischer Kinder, zur Last legt. Sikorski erklärte gegenüber Radio Rodzina, dass polnische Gerichte im Fall eines Überflugs „unabhängig“ agieren könnten, was eine erzwungene Landung nicht ausschließt.
Putins Optionen sind eingeschränkt, denn auch andere EU-Länder auf möglichen Flugrouten stehen hinter dem Haager Gerichtshof. Bulgarien signalisiert jedoch Offenheit für einen Überflug, obwohl der Luftraum für Russland derzeit geschlossen ist. Damit könnte eine Route über das Schwarze Meer, Bulgarien und Serbien zur Nutzung kommen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisierte Polen scharf, indem er es einer Bereitschaft zu „Terrorakten“ bezichtigte.
Sollte das Gipfeltreffen tatsächlich in Budapest stattfinden, blieben Putin daher nur wenige unproblematische Alternativen für eine Anreise. Polen als wichtiger Verbündeter der Ukraine scheint jedenfalls nicht bereit, dem Kreml in dieser geopolitisch brisanten Lage entgegenzukommen.

