Parasitenkur: Trend oder Gesundheitsoffenbarung?
Das Thema „Parasitenkur“ ist neuerdings in aller Munde. Immer mehr Menschen führen eine solche Gesundheitskur durch und berichten von teilweise bahnbrechenden Verbesserungen des Wohlbefindens.
Wir gehen dem Thema auf die Spur und sprechen dazu mit Katya Ruppen vom Schweizer Verein Parasitenfrei. Sie hat einen Leitfaden zum Thema „Parasitenkur“ geschrieben und gilt als Expertin für die Bekämpfung von Parasiten.
Redaktion: Liebe Frau Ruppen, das Thema „Parasitenkur“ ist gerade im Trend.
Wie erklären Sie sich das?
Katya Ruppen: Aus meiner Sicht liegt es daran, dass immer mehr Menschen erkennen, dass Parasiten kein reines Problem von Menschen in Entwicklungsländern sind.
R.: Wie meinen Sie das genau?
K.R.: Naja, wir Menschen im Westen sind häufiger von Parasiten befallen, als wir denken. Meist ohne es zu merken.
R.: Warum merkt man die Infektion denn nicht?
K.R.: Weil Parasiten nicht auffallen möchten. Sie ernähren sich vom Wirt und erzeugen oftmals nur unspezifische Symptome. Diese werden häufig nicht auf Parasiten zurückgeführt.
R.: Das heißt, wir sollten alle einmal zum Arzt gehen, um uns auf Parasiten untersuchen zu lassen?
K.R.: Das ist nur wenig vielversprechend. Parasiten sind Meister der Täuschung und sie zu diagnostizieren entsprechend schwierig.
R.: Wieso denn schwierig? Ich gehe davon aus, dass eine Stuhlprobe ausreicht.
K.R.: Dem ist mitnichten so. Zuerst einmal werden Sie, mit Ausnahme von Madenwürmern, keine Parasiten im Stuhl finden. Die Schmarotzer leben tief im Körper, beispielsweise im Dünndarm, in der Leber oder im Gehirn. Sie haben keinen Grund sich mit dem Stuhl ausscheiden zu lassen. Schließlich können sie nur im Körper überleben und nicht außerhalb. Was man im Stuhl finden kann, sind die Eier der Parasiten. Diese werden allerdings nur in Zyklen ausgeschieden, bei einigen Gattungen nur alle 30 Tage. Man müsste den Stuhl also für einen Monat lang täglich untersuchen. Dazu kommt, dass die Eier nicht in jedem Teil des Stuhls zu finden sind. Es kann sein, dass sich in dem untersuchten Stück gerade keine Parasiteneier befinden. Man kann also nur sicher fündig werden, wenn man den gesamten Stuhlgang untersucht. Und das besser schnell. Denn Dr. Klinghardt fand heraus, dass sich die Parasiteneier im Stuhl bereits nach 15 Minuten auflösen. Man müsste den Stuhl also sofort nach der Ausscheidung analysieren. Ich könnte dazu jetzt noch wesentlich mehr sagen, aber ich denke es reicht aus, um sich ein Bild zu machen.
R.: Eindrücklich! Aber woher soll man denn nun wissen, ob man Parasiten hat?
K.R.: Viele Menschen richten sich da nach dem Symptomkomplex. Ich habe in meiner Ausarbeitung zum Thema „Parasitenkur“ deutliche Hinweise aufgezählt, die in ihrer Summe auf einen Befall mit Parasiten hindeuten.
R.: Sagen wir mal ich habe jetzt einige der Symptome und ich meine Parasiten zu haben... Was sollte ich dann tun?
K.R.: Zuerst einmal sollten Sie sich grundlegend mit der Thematik beschäftigen. Dazu hat die Arbeitsgruppe des Schweizer Vereins Parasitenfrei eine Meta-Studie verfasst.
R.: Und wenn ich das getan habe?
K.R.: Dann empfehle ich Ihnen meinen Leitfaden über die Parasitenkur zu studieren. Sie erhalten einige Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.
R.: Und woher soll ich wissen, dass mir eine Parasitenkur helfen kann?
K.R.: Entschuldigen Sie vielmals, aber diese Fragen würden Sie nicht stellen, wenn Sie meinen Leitfaden gelesen hätten. Dort finden Sie etliche Erfahrungsberichte von Menschen, die eine Parasitenkur gemacht haben.
R.: Verstehe ich das richtig, dass Sie jedem Menschen eine Parasitenkur nahe legen?
K.R.: Jedem Menschen, der die entsprechenden Symptome hat. Das liegt daran, dass ich jeden Tag Rückmeldungen von Absolventen einer Parasitenkur erhalte. Wie gut es ihnen geht und dass Sie ihre Beschwerden in den Griff bekommen. Deswegen wäre es fahrlässig von mir hier etwas anderes zu sagen.
R.: Ich verstehe. Wie verursachen Parasiten denn diese Beschwerden?
K.R.: Das ist komplex, aber auch dazu finden Sie alle Infos in meinem Ratgeber zum Thema „Parasitenkur“. Alle Infos auf unserer Seite sind übrigens vollkommen kostenfrei, da wir uns ausschließlich über Spenden finanzieren. Lesen Sie sich in dem Artikel bitte ein. Dort werden alle Ihre Fragen ausführlich beantwortet.
R.: Okay, danke für das kurze Interview.


