Kiews Energiekrise: Hoffnungsvolle Entwicklungen trotz eisiger Kälte
Die ukrainische Hauptstadt Kiew erlebt weiterhin schwierige Zeiten angesichts der anhaltenden Energiekrise. Mehr als 450 Wohnblöcke sind nach wie vor ohne Fernwärme, insbesondere im stark betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna. Dort konnten jedoch am Morgen 100 Häuser wieder an das Heizungsnetz angeschlossen werden, wie Bürgermeister Vitali Klitschko über den Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Trotzdem bleibt der Großteil der betroffenen Gebäude in diesem nordöstlichen Bezirk der Metropole ungeheizt.
Zu Beginn des Jahres hat Russland seine Luftangriffe auf Kiew verstärkt, was sich besonders in den Großangriffen am 9. und 13. Januar zeigte. Der erneute Beschuss der Heizkraftwerke führte dazu, dass rund 6.000 Wohnblöcke, also etwa die Hälfte der Millionenstadt, zeitweise ohne Fernwärme waren – dies bei zweistelligen Minusgraden. Aufgrund der Angriffe war der Stromversorger gezwungen, Notabschaltungen durchzuführen. Erst am Donnerstagmorgen konnte man wieder zu planmäßigen Stromabschaltungen zurückkehren, wodurch die Bewohner immerhin fünf bis acht Stunden Elektrizität am Tag erhalten.
Für das bevorstehende Wochenende sind erneute extreme Frosttemperaturen mit nächtlichen Werten unter minus 20 Grad prognostiziert, nachdem das Thermometer für zwei Tage leicht über null Grad gestiegen war. In Anbetracht dieser Vorhersagen hat Klitschko die Einwohner bereits dazu aufgerufen, Kiew, wenn möglich, für eine gewisse Zeit zu verlassen.
Seit nunmehr vier Jahren wehrt sich die Ukraine mit westlicher Unterstützung gegen die russische Invasion. Speziell im vergangenen Herbst intensivierte das russische Militär seine Angriffe auf Kraftwerke und andere lebenswichtige Energieeinrichtungen, was landesweit immer wieder zu Ausfällen von Strom, Wasser und Fernwärme geführt hat.

