Diplomatische Spannungen: Iran bestellt deutschen Botschafter ein
Die jüngsten Entwicklungen im diplomatischen Spannungsfeld zwischen Deutschland und dem Iran erreichen einen neuen Höhepunkt. Axel Dittmann, der deutsche Botschafter in Teheran, wurde von der iranischen Regierung in das Außenministerium einbestellt. Grund hierfür sind Äußerungen des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz.
Aliresa Jussefi, Generaldirektor des iranischen Außenministeriums, kritisierte Merz' Kommentare scharf als eine 'verantwortungslose Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Irans'. Merz hatte im Januar die iranischen Sicherheitskräfte für ihr brutales Vorgehen gegen massenhafte Proteste verurteilt. In einer deutlichen Botschaft deutete er an, das Regime sei nur noch aufgrund seiner Gewaltbereitschaft an der Macht und implizierte, dass es sich in seinen letzten Tagen befinde.
Darüber hinaus äußerte das iranische Außenministerium seinen Unmut über die jüngste Entscheidung der Europäischen Union, die Islamischen Revolutionsgarden offiziell als Terrororganisation einzustufen. Diese Maßnahme wird als Verletzung der nationalen Souveränität Irans angesehen und wurde auf einem Außenministertreffen in Brüssel beschlossen. Die jahrzehntelang kontrovers diskutierte Einigung der EU folgte auf eskalierende Gewaltmaßnahmen gegen Demonstranten, bei denen laut iranischen Menschenrechtsaktivisten zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sind.

