Technologie-Schwergewichte auf der Achterbahn: Microsoft drückt Nasdaq tief ins Minus
An den US-Börsen zeigt sich das Bild eines turbulenten Handelstags, an dem insbesondere Microsoft negativ im Rampenlicht steht. Während die robusteren Standardwerte des Dow Jones Industrial nur geringe Verluste verzeichneten, spürte die technologielastige Nasdaq den Druck des Softwaregiganten deutlich. Der Technologieriese löste mit Anzeichen eines nachlassenden Wachstums in seinem Geschäft neue Sorgen bezüglich seiner umfangreichen KI-Investitionen aus.
Die Reaktionen auf die jüngsten Geschäftszahlen der Branchengrößen Meta, Microsoft und Tesla hätten kaum unterschiedlicher ausfallen können. Microsoft fiel mit einem bemerkenswerten Kursrutsch von zwölf Prozent auf, was den Nasdaq 100 zwei Stunden vor Handelsschluss um 1,2 Prozent ins Minus auf 25.719 Punkte drückte. Zuvor hatte der Index in der Spitze mehr als zwei Prozent eingebüßt – eine unerwartete Delle auf dem Weg zum Rekordhoch.
Der Dow Jones Industrial vermochte dem negativen Trend ebenfalls nicht vollständig zu entkommen und ging mit einem moderaten Rückgang von 0,3 Prozent auf 48.860 Punkte aus dem Handel. Größeren Druck erlebte hingegen der S&P 500, der mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 6.929 Zähler tendierte und sich damit verstärkt an der Entwicklung der Nasdaq orientierte.
Microsoft konnte auf den ersten Blick mit einem kräftigen Umsatzwachstum im Bereich Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste punkten, jedoch nicht mehr in dem Maße wie im vorherigen Quartal. Die Aktien des Unternehmens drehten ihre jüngste Aufwärtsbewegung und fielen auf den tiefsten Stand seit Ende April. Die Unsicherheiten über künftige Wachstumschancen vermischten sich mit Sorgen über die stark gestiegenen Kosten.
Die Meta-Aktien konnten den negativen Trend an der Nasdaq dank eines Kursanstiegs um mehr als zehn Prozent teilweise kompensieren. Der Facebook-Konzern erfreute Investoren mit einem deutlichen Zuwachs bei Umsatz und Gewinn, welcher die Aktie auf den höchsten Stand seit Ende Oktober brachte. Goldman Sachs-Experte Eric Sheridan lobte insbesondere den wachsenden positiven Einfluss der KI auf das Geschäft.
Gleichzeitig enttäuschte Tesla die Märkte mit einem Kursverlust von 2,6 Prozent. Trotz übertroffener Gewinnschätzungen sorgten Ankündigungen milliardenschwerer Investitionen für geteilte Meinungen. CEO Elon Musk visiert eine Zukunft an, die stark auf Robotik und autonome Taxis setzt.
Im Dow fand man dennoch optimistische Töne: IBM konnte nach der Präsentation überzeugender Quartalszahlen, insbesondere im Software- und IT-Infrastrukturgeschäft, um 3,7 Prozent zulegen. Honeywell führte sogar mit einem Plus von 4,3 Prozent die Rangliste an. Visas Positionierung profitierte mit einem Anstieg um 1,4 Prozent von den starken Zahlen des Konkurrenten Mastercard, die im S&P 500 um 3,6 Prozent zulegten.
Ein weiterer Rekordhalter war Lockheed Martin, dessen Aktiengewinn von 4,4 Prozent die Anleger erfreute. Doch der eigentliche Star des Tages war Southwest Airlines, deren Titel nach einer positiven Überraschung bei den Quartalszahlen um beachtliche 18 Prozent in die Höhe schnellten.

