Ölmarkt unter Druck: Prognosesenkung und US-Ressourcen belasten Preise
Die internationalen Ölpreise erlebten am Mittwoch einen leichten Rückgang, nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognosen für die globale Rohölnachfrage herabstufte. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent, zur Lieferung im kommenden Monat, wurde für 65,87 US-Dollar gehandelt, was einem Rückgang von 25 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch die US-Sorte WTI verzeichnete einen Preisnachlass und fiel um 32 Cent auf 62,84 US-Dollar pro Fass. Die IEA, ein Interessenverband der westlichen Industriestaaten, korrigierte ihre Erwartungen für den weltweiten Rohölbedarf in ihrem Monatsbericht nach unten. Nun wird für das laufende Jahr ein durchschnittlicher Nachfragezuwachs um 680.000 Barrel pro Tag vorhergesagt, während vorher noch ein Anstieg um 700.000 Barrel erwartet wurde. Bereits im Jahresverlauf hat die Agentur mehrfach ihre Prognose für das Jahr 2025 gesenkt. Zusätzlich litt der Ölmarkt unter der jüngsten Entwicklung der amerikanischen Ölreserven. Das American Petroleum Institute (API) stellte in der vergangenen Woche fest, dass die Lagerbestände in den USA um 1,5 Millionen Barrel gestiegen sind. Die Anleger warten nun gespannt auf die offiziellen Zahlen der US-Regierung, die am Nachmittag veröffentlicht werden sollen. Steigende Bestände in der größten Volkswirtschaft der Welt üben in der Regel Druck auf die Preise aus. Unterdessen blickt die Branche gebannt auf das bevorstehende Treffen der Präsidenten der USA und Russlands, das am Freitag in Alaska stattfinden soll. Bei diesem Treffen dürfte es um mögliche Waffenruheverhandlungen im Ukraine-Konflikt sowie um etwaige Sanktionen der USA gegen Russland gehen, die den russischen Ölhandel betreffen könnten. Rohstoffexperten der Commerzbank sehen indes die Wahrscheinlichkeit schärferer Russland-Sanktionen als gesunken an. Zudem sei es unwahrscheinlich, dass US-Präsident Donald Trump vor dem Gipfeltreffen Sekundärzölle gegen Länder verhängt, die russisches Öl importieren.

