Novo Nordisk vor Herausforderungen: Kurssturz an der Kopenhagener Börse
Ein Rückschlag für Novo Nordisk: Der dänische Pharmagigant erlebte einen tumultartigen Tag an der Kopenhagener Börse, nachdem die Aussicht auf sinkende Umsätze bekannt wurde. Die Aktien des Unternehmens stürzten um fast 20 Prozent auf unter 300 dänische Kronen ab – ein Tiefpunkt, der seit zwei Monaten nicht mehr erreicht wurde. Zum Handelsschluss hatte sich der Abschlag auf 16 Prozent bei 309 Kronen eingependelt. Damit ist das Hoch aus dem Juni 2024, als die Geschäfte mit Abnehmmitteln florierten, in weite Ferne gerückt.
Diese Entwicklung markierte einen Wendepunkt, nachdem die Papiere sich von Mitte Dezember bis Ende Januar erholt hatten. Doch der plötzliche Einbruch ließ die kürzlich erzielten Gewinne dahinschmelzen und der gesamte europäische Pharmasektor rutschte um 2 Prozent ab. Grund für diesen Ausverkauf ist die Prognose von Novo Nordisk, die in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent erwartet, währungsbereinigt.
Analysten weisen auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck hin, insbesondere bei den bekannten Gewichtskillern Ozempic und Wegovy. Zusätzlich setzen der US-amerikanische Preisdruck auf Medikamente und die Herausforderungen beim Gesundheitsprogramm Medicaid dem Umsatz zu. Analysten wie Graham Parry von der Citigroup und Derren Nathan von Hargreaves Lansdown sehen den Konzern in zunehmend schwierigen Fahrwassern, insbesondere in den USA, wo der Druck durch politische Entscheidungen und Marktveränderungen wächst.
Mit Spannung erwartet wird die Investorenveranstaltung am Mittag, bei der sich Novo-Chef Maziar Doustdar den kritischen Fragen der Anleger stellen muss. Der Vergleich mit dem großen Konkurrenten Eli Lilly, der womöglich positive Quartalszahlen verkünden könnte, könnte die Situation für Novo Nordisk weiter verschärfen.

