Pharmariese Novo Nordisk unter Druck: Umsatzeinbruch und Konkurrenz sorgen für Turbulenzen
Novo Nordisk, einer der führenden Pharmakonzerne mit Spezialisierung auf Diabetes- und Abnehmmittel, sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Der Konzern aus Dänemark verzeichnet unerwarteten Umsatzrückgang, der das erste Minus seit beinahe einem Jahrzehnt darstellen würde. Grund für die Verwerfungen sind ein stark erhöhter Konkurrenzdruck und eine Einigung mit der US-Regierung über niedrigere Medikamentenpreise. In einer Telefonkonferenz beschrieb Konzernchef Mike Doustdar die aktuelle Lage als eine von 'nie dagewesenen Preisdruck' geprägte Zeit. Am Aktienmarkt ergaben sich daraufhin heftige Turbulenzen: Die Novo-Nordisk-Papiere fielen zeitweise um 18 Prozent auf rund 40 Euro. Um den Kurs stabil zu halten, hat das Unternehmen für 2026 ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 15 Milliarden dänischen Kronen, etwa 2 Milliarden Euro, angekündigt.
Prognosen für 2026 signalisieren einen Umsatzrückgang zwischen 5 und 13 Prozent, bedingt durch auslaufende Patente für den Wirkstoff Semaglutid und dem Verlust der Marktführerschaft bei Abnehmmitteln. Die Konkurrenz, allen voran der US-Wettbewerber Eli Lilly, scheint Novo Nordisk zunehmend den Rang abzulaufen. Erschwerend kommen günstige Kopien dieser Medikamente auf dem US-Markt hinzu, die durch regulatorische Schlupflöcher ermöglicht werden. Das Unternehmen verhandelte im November eine Preisreduzierung für seine Bestseller wie Wegovy und Ozempic mit der US-Regierung. Präsident Trump setzt auf kostensenkende Maßnahmen im Gesundheitswesen und erhöht den Druck auf Pharmafirmen, um die Produktion vermehrt in die USA zu verlagern.
Obwohl Novo Nordisk zuletzt ein Umsatzplus verzeichnete, sank der operative Gewinn um ein Prozent. Vorstandschef Doustdar hebt Innovation als Schlüssel zu künftiger Prosperität hervor, insbesondere durch die Entwicklung der Wegovy-Pille – ein Feld, auf dem Konkurrent Eli Lilly ebenfalls am Ball ist.

