Meta triumphiert im Gerichtsstreit: FTC scheitert mit Abspaltungsversuch
In einem aufsehenerregenden Urteil hat die US-Regierung einen Rückschlag erlitten: Der Versuch, Instagram und WhatsApp vom Meta-Konzern loszulösen, scheiterte. Das Bezirksgericht in Washington entschied zugunsten von Meta, da die Handelskommission FTC keine ausreichenden Beweise für ein Monopol des Unternehmens vorlegen konnte.
Die FTC beschuldigte Meta, die beliebten Plattformen Instagram und WhatsApp gezielt erworben zu haben, um die eigene Monopolstellung zu sichern. Diese Argumentation sollte einen drastischen Schritt bis hin zur Rückabwicklung der Übernahmen rechtfertigen. Meta wies erneut auf den starken Wettbewerb mit anderen Akteuren wie Tiktok hin, um diese Behauptung zu entkräften.
Richter James Boasberg urteilte, dass die FTC nachweisen müsse, dass Meta derzeit tatsächlich eine dominierende Marktposition innehabe – ein Nachweis, der nicht erfolgte. Sollten die Behörden gegen dieses Urteil Berufung einlegen, könnte die endgültige Entscheidung jedoch noch Jahre in Anspruch nehmen.
Die Auseinandersetzungen haben historische Wurzeln: Meta, damals noch als Facebook bekannt, kaufte Instagram 2012 für etwa eine Milliarde Dollar und WhatsApp 2014 für etwa 22 Milliarden Dollar. Besonders Instagram hat sich seither zu einem bedeutenden Einnahmeträger entwickelt. Der Kauf wurde damals von den Wettbewerbsbehörden genehmigt.
Die Klage, die im Dezember 2020 während der letzten Tage von Trumps Präsidentschaft eingereicht wurde, wurde von vielen als politisches Werkzeug betrachtet. Das Meta-Management stand zu dieser Zeit ohnehin unter Druck, da Trump-Anhänger der Plattform Voreingenommenheit vorwarfen.
Die aktuelle Regierung unter Präsident Joe Biden führte den Rechtsstreit fort und untermauerte die Klage mit umfangreichen Daten. So behauptete die FTC, dass Meta zwischen 2016 und 2020 eine dominante Marktpräsenz mit Nutzerraten von bis zu 98 Prozent auf dem PC erreicht habe.
Vor Gericht hatte die FTC aufgrund der besonderen Marktverhältnisse schwere Standpunkte. Da Instagram und WhatsApp kostenlos angeboten werden, konnten keine Preissteigerungen als Indikator herangezogen werden. Die FTC argumentierte stattdessen, dass die Qualität der Angebote infolge fehlenden Wettbewerbs gelitten habe. Meta hingegen hielt entgegen, die Übernahmen hätten den Nutzern Vorteile gebracht und den Wettbewerb belebt.

