Merinowolle - was macht sie so wertvoll?
Wertigkeit ist in der Mode mehr denn je gefragt. Weg von der Kunstfaser - hin zur Naturfaser, lautet allein schon aus Umweltschutzgründen die Devise. So ist es nicht verwunderlich, dass qualitätsbewusste Kunden gezielt auf nachhaltige Produkte setzen. Dazu zählen Kleidungsstücke, die aus flauschiger Merinowolle hergestellt sind.
Merino Wolle hat ihren Preis - und das zu Recht
Die exquisite Art der Schurwolle nennt sich Merinowolle und zählt zu den edelsten Wollsorten der Welt. Sie wird vom ursprünglich aus Nordafrika stammenden Merinoschaf gewonnen. Merinos gehören der Gattung der Feinwollschafe an und sind heutzutage unter anderem in Australien und Neuseeland beheimatet. Ihr Fell unterscheidet sich ganz klar von dem anderer Schafe und damit den verbundenen Eigenschaften herkömmlicher Schurwolle. Dafür gibt es einen alles entscheidenden Grund: Hochwertige Merinowolle kratzt nicht! Unter dem Mikroskop betrachtet, lässt sich das leicht erklären. Jedes einzelne der gekräuselten Haare ist um ein vielfaches feiner als ein Menschenhaar. Wird das Merinofell beispielsweise zu einem T-Shirt verarbeitet, fühlt es sich wunderbar weich und angenehm auf der Haut an.
Generell gilt als Faustregel: Je dünner die Faser, desto besser ist die Qualität und dementsprechend höher ist der Preis. Ultrafine mit einer Faserfeinheit bis 16,5 Mikron stellt demnach für Kenner das Maß aller Dinge dar, denn diese Wolle begeistert durch einen verführerisch weichen Griff. Aus ihr werden Oberbekleidung aber auch Mützen, Schals und Handschuhe hergestellt. Wegen der unvergleichbaren Vorzüge haben selbst die bekannten Sportbekleidungshersteller Merinowolle für sich entdeckt und schon seit geraumer Zeit in ihre Kollektionen aufgenommen. Egal, ob zum Skifahren oder Wandern, der hautsympathische Strick- oder Wirkstoff gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Unschlagbarer Tragekomfort
Shirts, Pullover und Jacken aus Merinowolle passen sich der Jahreszeit an. Im Sommer besitzen sie die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und diese im Gewebe zu speichern. Aus diesem Grund fühlt sich die Haut des Trägers immer trocken an. Selbst auf eine antibakterielle Ausrüstung kann verzichtet werden. Merinowolle erweist sich nämlich als selbstreinigend und geruchshemmend. Wie bereits erwähnt, besitzen Merinofasern eine gekräuselte Struktur. Liegen sie nun übereinander, entstehen kleine Luftkammern, welche die Wärme perfekt einschließen. Wer sich also für ein Merino Longsleeve entscheidet, friert im Winter nicht.
Eine Reihe weiterer Merkmale macht die Kleidung aus Merinowolle zu einem wahren Highlight:
- Schutz vor UV-Strahlung - vergleichbar mit einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 40
- Im Gegensatz zu Synthetik nur schwer entflammbar
- Keine elektrostatische Aufladung
- Biologisch abbaubar und schont somit die Umwelt
- Knittert kaum und behält die Passform
Merinokleidung richtig pflegen
Ein Merino T-Shirt oder ein Merino Longsleeve landet viel seltener in der Waschmaschine als Kleidung aus Synthetik, da das Material erwiesenermaßen kaum Schweißgerüche annimmt. Zeigen sich keine sichtbaren Verschmutzungen, reicht es völlig aus, es auf einen Kleiderbügel zu hängen und für ein paar Stunden auszulüften. Wenn nach mehrmaligem Tragen dann ein Waschgang erforderlich ist, sollte dies bei der richtigen Temperatur geschehen. Mehr als 30 bis 40 Grad bei maximal 600 Umdrehungen - besser noch der Wollwaschgang sind angesagt. Die Verwendung von Weichspüler ist in diesem Fall tabu. Die Tenside, die sich als Weichmacher um die empfindlichen Fasern legen, schaden der Merinowolle. Ebenso sollte es vermieden werden, T-Shirts und Co. aus Merinowolle in den Trockner zu geben. Die Gefahr, dass das Lieblingsteil einläuft, wäre viel zu groß.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es Merinowolle als Multifunktionsfaser durch ihren komplexen Aufbau mit jeder modernen Synthetikfaser locker aufnehmen kann, da sie ein breites Spektrum an Eigenschaften abdeckt.


