Merck unter Druck: Währungseffekte belasten Quartalszahlen
Merck sieht sich im zweiten Quartal mit durchwachsenen Ergebnissen konfrontiert, die unter anderem durch die Schwäche des US-Dollars beeinträchtigt wurden. Trotz eines soliden organischen Wachstums führten Umrechnungen in Euro zu Rückgängen bei Umsatz und operativem Ergebnis des im DAX notierten Unternehmens. Besonders die Elektroniksparte bereitete unerwartete Schwierigkeiten. CEO Belen Garijo äußerte sich verhalten optimistisch hinsichtlich des operativen Ergebnisses, senkte allerdings ihre Umsatzerwartungen für 2025.
An der Börse reagierten die Investoren verhalten. Laut UBS-Analyst Matthew Weston enttäuschte insbesondere die Elektronik-Sparte, die auf Halbleitermaterialien spezialisiert ist. Dies überschattete die positive Performance des Laborgeschäfts und die robuste Entwicklung im Pharmabereich. JPMorgan-Analyst Richard Vosser hob hervor, dass das operative Ergebnis der Elektroniksparte die Erwartungen aufgrund einmaliger Rückstellungen verfehlte.
Die Aktie von Merck erlebte stärkere Kursrückgänge und fiel zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2020. Zwischenzeitlich lag das Minus bei 1,3 Prozent. Das Merck-Papier hat in diesem Jahr bereits ein Viertel an Wert eingebüßt und liegt nun bei weniger als der Hälfte seines pandemiebedingten Hochs.
Finanzvorständin Helene von Roeder erklärte, dass neben dem schwachen Dollar auch der starke Euro und nachteilige Wechselkurse in Asien belasteten. Mercks Umsatz fiel im zweiten Quartal um knapp zwei Prozent auf 5,26 Milliarden Euro, wuchs jedoch organisch unter Ausschluss von Währungseffekten.
Die Laborsparte verzeichnete starke organische Zuwächse und profitierte von der Nachfrage in der Arzneimittelherstellung. Hingegen erlitt die Elektroniksparte Rückschläge durch Projektverzögerungen und Einmaleffekte. Dennoch kompensierten die Pharma- und Laborsparten die Verluste durch gesteigerte Ergebnisse. Der operative Gewinn stieg organisch um knapp fünf Prozent. Der Jahresausblick bleibt gemischt: Während in der Elektroniksparte Rückgänge erwartet werden, zeigt sich Merck in den Bereichen Labor und Pharma optimistischer und hebt teilweise die Ziele an.

