Markus Söder warnt vor Kooperationen: CSU feiert 80-jähriges Bestehen
Parteichef Markus Söder nutzte die Gelegenheit des 80-jährigen Bestehens der CSU, um vor einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD zu warnen. In seiner Ansprache betonte Söder, dass eine Kooperation nicht nur die Grundwerte der Partei gefährden, sondern die CSU selbst zerreißen würde. Die bayerische Regierungspartei plant, sich der Herausforderung zu stellen und die AfD aktiv zu bekämpfen.
Zur wachsenden Bedeutung der AfD in aktuellen Umfragen erläuterte Söder, dass die etablierten demokratischen Parteien neue Wege finden müssten, um auf diese Entwicklung zu reagieren. Die AfD, die ebenfalls pro Demokratie erkläre, verfolge allerdings eine andere Form dieser Staatsform. Besonders kritisch sieht Söder den Freiheitsbegriff der AfD, der sich stark von dem der CSU unterscheide. Laut Söder bezieht die AfD Freiheit vornehmlich auf die eigene Meinung und vernachlässigt dabei den Schutz und die Rechte von Minderheiten.
Der CSU-Chef räumte auch ein, dass die Partei vor stürmischen Zeiten stehe und in den Umfragen trotz Führung in Bayern im historischen Vergleich Verluste hinnehmen musste. Die Konkurrenz mit den Freien Wählern und der AfD im konservativen Spektrum trägt hierzu bei. Dennoch zeigte sich Söder optimistisch und erinnerte daran, dass die Partei in der Vergangenheit stets durch Zuversicht und Beharrlichkeit erfolgreich gewesen sei.
Aktuelle politische Positionen wurden ebenfalls unterstrichen, wie die Forderung nach einer Wiedereinführung der Wehrpflicht, Kritik am Länderfinanzausgleich und ein verstärkter Migrationskurs. Die CSU sehe sich in der Tradition des christlichen Menschenbildes und der sozialen Verantwortung als Wegweiser für ihre politische Agenda. Söder hob zudem den besonderen Status der CSU hervor, der gleichzeitig Auftrag und Herausforderung der Partei sei. Die enge Verbindung zwischen der CSU und Bayern sei einzigartig und in ganz Deutschland von Bedeutung.
Die Gründung der CSU im Jahr 1945 fand an verschiedenen Orten in Bayern statt, wobei Würzburg und München als entscheidende Zentren gelten. Am 12. September wurde im Münchner Rathaus der Name „Bayerische Christlich-Soziale Union“ beschlossen, womit die eigentliche Gründung der Partei besiegelt wurde.

