Marktstimmung im DAX: Zwischen Ruhe und Unsicherheit
Die gegenwärtige Marktstimmung präsentiert sich in einem untypisch ruhigen Licht, während sowohl professionelle als auch private Anleger ihre Short-Positionen auflösen. Dieses Verhalten scheint darauf hinzudeuten, dass viele versuchen, mit minimalen Verlusten aus ihren Engagements auszutreten. Es bleibt die Frage, ob die zuletzt positive Marktentwicklung bereits ins Wanken gerät.
In den vergangenen Tagen erlebte der DAX eine turbulente Woche, auch wenn das Handelsband mit rund 2,8 Prozent für das Jahr unter dem Durchschnitt lag. Immer wiederkehrende Schwankungen können teilweise den unerwarteten Ankündigungen von Donald Trump zugeschrieben werden, der für den "Liberation Day" gravierende Zollerhöhungen plant, vor allem gegen Handelspartner, die er als Ausbeuter der USA sieht. Die Unsicherheit über deren endgültige Ausgestaltung sorgt für Spannungen auf dem Markt.
Bisher scheitern jedoch alle Versuche, den DAX signifikant nach oben zu treiben, an der Skepsis der Marktteilnehmer. Dennoch war der vorübergehende Anstieg marginal, während ein anschließender Rückfall ebenfalls keine Panik verbreitete. Unterm Strich verzeichnete der DAX im Wochenvergleich einen Verlust von 1,1 Prozent.
Die Einschätzung der befragten institutionellen Investoren hat sich im Vergleich zur Vorwoche leicht verbessert. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index legte um 6 Punkte zu und erreichte +4. Dies resultiert hauptsächlich aus den Rückkäufen von Bären, die versuchten, Verluste zu minimieren. Nur wenige wagten den Sprung zu den Bullen, während die Mehrheit neutral blieb.
Der Unterschied zu den Privatanlegern könnte nicht deutlicher sein. Hier schnellte der Sentiment-Index des Panels um 7 Punkte auf +20 - der höchste Wert in diesem Jahr. Angetrieben wird dieser Anstieg fast ausschließlich von Social-Media-Teilnehmern, die von pessimistischen zu optimistischen Einschätzungen wechselten, während der Rest der Privatanleger ihre Haltung nur geringfügig änderte.
Der Gegensatz zwischen institutionellen Investoren und Privatanlegern scheint oberflächlich zu wachsen. Betrachtet man jedoch beide Gruppen ohne die Social-Media-Gruppen, erkennt man eine ähnliche zurückhaltende Stimmung. Viele zögern, größere Positionen einzugehen, vor allem angesichts des nahenden "Liberation Day" und des Quartalsendes. Ein signifikanter Trend ist daher schwer auszumachen.
Die optimistisch gestimmten Teilnehmer stehen besser da als die verbliebenen Pessimisten, deren Aktivitäten sich ungefähr zwischen 22.600 und 22.650 Punkten vermuten lassen. Angebotssignale von Optimisten erscheinen klarer im Bereich von 23.650 bis 23.700 Punkten. Letztlich könnten es die langfristig orientierten internationalen Kapitalströme sein, die den nächsten größeren Trend im DAX bestimmen.

