Machtkampf auf dem Schlachtfeld: Battlefield 6 ringt um die Balance zwischen Mensch und Maschine
Obwohl die offenen Betaphasen von Battlefield 6 als fulminanter Erfolg gefeiert wurden, hat sich ein signifikanter Dorn im Auge der Community festgesetzt. Die kontroverse Entscheidung, neben dem traditionellen Klassensystem auch völlig offene Klassen ohne Waffenbeschränkungen einzuführen, hat ein wahres Pulverfass an Diskussionen entzündet. Nun hat sich Produzent David Sirland in die Debatte eingeschaltet und eine Perspektive geliefert, die das vermeintliche Problem in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt: Das Kernproblem sei kein Systemfehler, sondern eine bewusste, aber noch unfertige Balance-Entscheidung.
Der Albtraum der Balance: Eine Ein-Mann-Armee
Die Kritik der Spielerschaft entzündete sich maßgeblich an einem Clip, der in den sozialen Medien die Runde machte. In diesem war zu sehen, wie ein einzelner Pionier nicht nur mit einem Scharfschützengewehr feindliche Infanterie ausschaltete, sondern dank seiner Panzerabwehrwaffen auch mühelos Fahrzeuge vom Feld nahm – und sich dabei durch seine eigenen Gadgets konstant selbst versorgte. Ein Szenario, das laut vielen Veteranen nur durch die Aufweichung der Klassenrestriktionen möglich wurde. Im traditionellen System der Franchise waren Scharfschützengewehre strikt der Aufklärer-Klasse vorbehalten, während Pioniere auf Maschinenpistolen beschränkt waren. Diese klare Rollenverteilung scheint nun Geschichte zu sein.
Eine Frage der Philosophie, nicht des Systems
David Sirland entgegnet dieser Kritik nun mit einer bemerkenswerten Klarheit. In einer Antwort auf die Beschwerde, dass Infanterie sich in den Tests gefährlicher für Fahrzeuge anfühlte als umgekehrt, beschrieb er das Problem der Fahrzeug-Überlebensfähigkeit als eine generelle Balance-Angelegenheit, an der die Battlefield Studios aktiv arbeiten. Er enthüllte dabei eine grundlegende Entwickler-Philosophie: Man starte lieber mit zu schwachen Vehikeln als mit zu starken. Es sei ein heikler Balanceakt, da die Spieler mit der Zeit ohnehin immer besser im Umgang mit dem Kriegsgerät würden, was die Feinabstimmung zusätzlich verkompliziert. Seine Aussage impliziert, dass das Ungleichgewicht beabsichtigt und ein vorübergehender Zustand ist.
Der Weg nach vorn: Das Labor wird geöffnet
Die Entwickler bei DICE, Criterion, Motive und Ripple Effect ruhen sich keineswegs auf den Beta-Erfolgen aus. Nach Abschluss der Tests im August bereitet man sich nun auf eine neue Runde im sogenannten „Battlefield Labs“ vor. Diese kommende Testphase wird sich gezielt auf den Server-Browser sowie auf Karten für „Combined Arms“ konzentrieren – also Schlachtfelder, auf denen sowohl Infanterie als auch Fahrzeuge eine entscheidende Rolle spielen. Hier soll die Balance zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Spielstilen unter Live-Bedingungen perfektioniert werden, um zum finalen Release am 10. Oktober für PC, PS5 und Xbox Series X/S ein harmonisches Ganzes zu schaffen.
Das Schicksal der neuen Klassendynamik wird sich also nicht in Foren, sondern auf den Schlachtfeldern der nächsten Testphase entscheiden.
Battlefield 6
Das ultimative All-Out Warfare-Erlebnis. Trage intensive Infanteriegefechte aus. Beherrsche den Himmel in Luftkämpfen. Zerstöre deine Umgebung für einen strategischen Vorteil. In einem Krieg mit Panzern, Jets und riesigen Arsenalen ist dein Squad die tödlichste Waffe. Das ist Battlefield 6.


