Benzinpreise in Deutschland: Ein Flickenteppich aus Finanzbelastungen und Sparchancen
Die Benzinpreise in Deutschland präsentieren sich als ein komplexes Mosaik regionaler Unterschiede. Insbesondere für die Bewohner Südostbayerns und der grenznahen Regionen zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt war das vergangene Jahr finanziell belastend beim Tanken. Nach Angaben des Bundeskartellamts lagen die Durchschnittspreise für Superbenzin der Sorte E5 in diesen Gebieten bei 1,78 bis 1,79 Euro - und damit um etwa acht Cent höher als in der günstigsten Region im Berliner Norden, wo der Preis im Mittel bei 1,70 bis 1,71 Euro lag.
Die Preisberechnungen des Bundeskartellamts orientieren sich an den Postleitzahlenbereichen - spezifisch an den Regionen, deren Postleitzahlen mit identischen Ziffern beginnen. Als die teuersten entpuppten sich die Bereiche mit den Nummern 83 und 38, während die günstigste Region mit der 13 begann. Besonders bemerkenswert erscheint die hohe Preislage in Südostbayern, einem Gebiet in unmittelbarer Nähe zu Österreich, wo das Benzin spürbar günstiger angeboten wird. Dies könnte eigentlich erwarten lassen, dass der Wettbewerb diesseits der Grenze preisregulierend wirkt.
Innerhalb Deutschlands können teure und kostengünstige Regionen kurioserweise eng beieinanderliegen. So zeigt sich Berlin von eher teureren Regionen umgeben, während bayerische Landstriche wie Schwaben, Niederbayern und Teile Frankens im Vergleich relativ günstig bleiben. Eine Tendenz zeigt mildere Preisniveaus im Westen des Landes, obwohl sich auch hier Ausnahmen wie in der Umgebung von Trier, im Frankfurter Raum oder westlich von Köln ausmachen lassen. Hingegen tanken Fahrer in weiten Teilen Sachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Brandenburgs meist teurer.
Dennoch hebt das Bundeskartellamt hervor, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, die innerregionale Unterschiede nur unzureichend abbilden. Auch in hochpreisigen Gegenden können verborgene Tankstellen-Schätze schlummern, während in preiswerten Zonen kostspielige Ausreißer existieren. Sparfüchse sollten zudem die Preisfluktuationen im Tagesverlauf nicht außer Acht lassen. Im Schnitt passen Tankstellen 22 Mal täglich ihre Preise an - ein neuer Rekordwert. Laut dem ADAC tritt eine ökonomisch günstige Tankzeit hierbei insbesondere abends in Erscheinung, während der Morgen dieselbe finanziell belastender gestaltet.

