Finanzierungsdefizit stabil trotz steigender Steuereinnahmen

08. Januar 2026, 08:09 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Euroscheine (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur
Euroscheine (Archiv)
Das Finanzierungsdefizit des Öffentlichen Haushalts blieb in den ersten drei Quartalen 2025 stabil, obwohl Einnahmen und Ausgaben zunahmen.

Wiesbaden - In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 hat der Öffentliche Gesamthaushalt 5,6 Prozent mehr ausgegeben und 6,0 Prozent mehr eingenommen als im Vorjahreszeitraum. Einnahmen von 1.490,5 Milliarden Euro standen Ausgaben von 1.598,0 Milliarden Euro gegenüber, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag nach Ergebnissen der vierteljährlichen Kassenstatistik mit.

Damit verzeichneten die Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung in den ersten drei Quartalen 2025 ein - in Abgrenzung der Finanzstatistik errechnetes - Finanzierungsdefizit von 107,6 Milliarden Euro. Das Defizit lag somit nahezu auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (-67 Millionen Euro). Dabei verzeichneten alle Ebenen des Öffentlichen Gesamthaushalts − Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung - ein Minus. Zwar trug der Bund wie in den Vorjahren seit 2020 den größten Anteil des Gesamtdefizits, jedoch ist das Finanzierungsdefizit bei den Gemeinden weiter gewachsen.

Aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 rund 1.285,8 Milliarden Euro eingenommen (+7,1 Prozent). Der deutliche Anstieg wurde getragen von den Beitragseinnahmen der Sozialversicherung (+9,1 Prozent) und den Landessteuern (+33,3 Prozent). Gemeinden und Stadtstaaten verbuchten auch nach der Grundsteuerreform Einnahmen aus Grundsteuern auf der Höhe des Vorjahresniveaus (rund 12,5 Milliarden Euro). Die für das Gesamtaufkommen wichtigen Gemeinschaft- und Bundessteuern stiegen jeweils um etwa fünf Prozent.

Bei den Bundessteuern gab es gegenläufige Effekte: Einerseits laufen die Einnahmen aus dem EU-Energiekrisenbeitrag (Abschöpfen von "Überschussgewinnen" bei Unternehmen, die Kohle oder Erdöl abbauen oder verarbeiten) aus. Andererseits wurde die Tabaksteuer erhöht, was in den ersten drei Quartalen Mehreinnahmen von rund zwei Milliarden Euro erbrachte.

Beim Bund stiegen die Zuschüsse an Sozialversicherungsträger um 5,3 Milliarden Euro. Von den zugunsten der Sozialversicherungen geplanten Darlehen wurden zwei Milliarden Euro an die Arbeitslosenversicherung ausgezahlt. Auch zahlte der Bund 5,3 Milliarden Euro als Eigenkapitalerhöhung an die Deutsche Bahn, was die Ausgaben "zum Erwerb von Beteiligungen" entsprechend ansteigen ließ.

Bei den Ländern stiegen die Personalausgaben um 5,2 Prozent und die Sachausgaben um 2,2 Prozent. Die Ausgaben für Kreditmarktzinsen stiegen deutlich um 9,7 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Allgemeine, sonstige und investive Zuweisungen der Länder an ihre Gemeinden und Gemeindeverbände erreichten zusammengenommen 110,3 Milliarden Euro (+3,1 Prozent)

Die Gemeinden mussten nicht nur eine gegenüber Bund und Ländern höhere Steigerungsrate der Personalkosten finanzieren (+6,7 Prozent auf 79,3 Milliarden Euro). Bei ihnen stiegen auch die Ausgaben für Zuweisungen und Zuschüsse an andere Bereiche (unter anderem Sozialausgaben) mit +6,6 Prozent stärker als die Einnahmen (+5,5 Prozent).

Die Ausgaben des Bundes in den ersten drei Quartalen 2025 betrugen 461,9 Milliarden Euro, das waren 4,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, so die Statistiker weiter. Die Einnahmen stiegen um 2,7 Prozent auf 394,9 Milliarden Euro. Somit ergab sich ein Finanzierungsdefizit von 66,9 Milliarden Euro, das waren 8,7 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei den Ländern ergab sich mit Ausgaben von 414,5 Milliarden Euro (+2,4 Prozent) bei gleichzeitigen Einnahmen von 413,4 Milliarden Euro (+4,0 Prozent) ein Defizit von 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch bei 7,3 Milliarden Euro gelegen.

Bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden wuchsen die Ausgaben (+5,9 Prozent auf 303,4 Milliarden Euro) weiter etwas stärker als die Einnahmen (+5,5 Prozent auf 275,1 Milliarden Euro). Das Finanzierungsdefizit vergrößerte sich auf 28,3 Milliarden Euro. Das waren 2,4 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum und auch mehr als das Rekorddefizit (24,8 Milliarden Euro), das sich für das Gesamtjahr 2024 ergeben hatte.

Bei der Sozialversicherung ging das Finanzierungsdefizit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Milliarden Euro auf 11,2 Milliarden Euro zurück. Die Ausgaben stiegen um 7,3 Prozent auf 696,7 Milliarden Euro, die Einnahmen um 8,3 Prozent auf 685,5 Milliarden Euro.

Wirtschaft / Deutschland / Finanzierungsdefizit / Haushaltsdefizit / Steuereinnahmen / Öffentlicher Haushalt / Sozialversicherung
08.01.2026 · 08:09 Uhr
[0 Kommentare]
Russische Mittelstreckenrakete Oreschnik in Belarus
Kiew/Moskau (dpa) - Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. «Die russischen Streitkräfte haben einen massiven Schlag mit boden- und seebasierten Hochpräzisionswaffen großer Reichweite gegen kritische Objekte auf dem Gebiet der Ukraine geführt, […] (00)
vor 20 Minuten
Pat Smear
(BANG) - Pat Smear wird "einige" Foo Fighters-Gigs verpassen, nachdem er sich bei einem "bizarren Gartenunfall" "mehrere Knochen im Fuß" gebrochen hat. Die Heavy-Rock-Band nahm die Situation mit Humor und veröffentlichte ein gefälschtes Magazincover, das den 66-jährigen Rhythmusgitarristen im Rollstuhl zeigt, mit einem eingeblendeten Röntgenbild seines Fußes. Die Schlagzeile lautet: "Breaking […] (00)
vor 15 Stunden
JVA
Düsseldorf (dpa) - Etliche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland kommunizieren mit ungeschützter Funktechnik. Der Digitalfunk zahlreicher Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger lässt sich mit geringem technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören, weil die Betreiber auf die Verschlüsselung ihrer Netze verzichten, wie die «Wirtschaftswoche» berichtet. Die AG Kritis, eine […] (00)
vor 9 Stunden
Pokémon Legends: Z-A verkauft sich über 1 Mio. Mal auf Switch 2 in Japan
Das Jahr 2026 ist kaum gestartet, da liefert Japan bereits die nächste spannende Verkaufsstory für Nintendo-Fans. Pokémon Legends: Z-A hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Über eine Million physische Verkäufe auf der Nintendo Switch 2, allein in Japan. Für ein Cross-Gen-Spiel ist das ein klares Signal, dass die neue Hardware stark gestartet ist. Gleichzeitig sorgt ein Detail für […] (01)
vor 1 Stunde
«ARD Crime Time» beleuchtet Serienmord-Serie der Wendezeit
Ab dem 24. Februar 2026 widmet sich die ARD in einer dreiteiligen Reihe einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der frühen 1990er-Jahre in Brandenburg. In Rosa Riese rekonstruiert die Reihe «ARD Crime Time» eine Mordserie, die während der gesellschaftlichen Umbruchszeit nach dem Mauerfall die Region Potsdam-Mittelmark erschütterte. Ein Täter, der häufig am helllichten Tag in den brandenburgischen Wäldern zuschlug, ermordete mehrere Frauen […] (00)
vor 1 Stunde
Deutsche Fußball-Fans
Berlin (dpa) - Gut fünf Monate vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft steht fest, wie treue Fans an die verbilligten Eintrittskarten kommen. Wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte, gehen 70 Prozent der sogenannten 60-Dollar-Tickets an die Mitglieder des Fan Clubs Nationalmannschaft mit den meisten Bonuspunkten. Die verbleibenden 30 Prozent werden über Fan Club Betreuer und an […] (00)
vor 8 Minuten
Siemens und Nvidia: Am Beginn einer industriellen KI-Revolution
Vom digitalen Modell zur realen Fabrik Im Mittelpunkt der Kooperation steht der Schritt von rein digitalen Simulationen hin zu KI-gestützten Eingriffen in reale Produktionsprozesse. Nvidia-Chef Jensen Huang machte deutlich, dass KI künftig nicht mehr nur Prozesse abbilden, sondern aktiv steuern und optimieren soll. Für Siemens bedeutet das eine konsequente Erweiterung seines Software- und Automatisierungsgeschäfts in Richtung industrieller […] (00)
vor 12 Minuten
Wenn die Beziehung stirbt, stirbt die Funktion – warum Pulsdruckrhythmus entscheidend ist
Hamburg, 08.01.2026 (PresseBox) - In der kardiovaskulären Beurteilung wird häufig nach einzelnen Abweichungen gesucht: unregelmäßige Herzschläge, auffällige Frequenzen oder kurzfristige Rhythmusstörungen. Doch diese Betrachtung greift zu kurz. Entscheidend für die tatsächliche Versorgung des Körpers ist nicht die Abweichung an sich, sondern die Beziehung zwischen elektrischer Aktivität des Herzens […] (00)
vor 12 Stunden
 
Rathaus (Archiv)
Berlin - Der Deutsche Landkreistag warnt Bund und Länder vor einem "Kollaps" der Kommunen. […] (00)
Jan van Aken (Archiv)
Berlin - Linken-Chef Jan van Aken hat möglichen Koalitionen mit der CDU auf Landesebene nach […] (00)
Katholischer Pfarrer in einer Messe (Archiv)
Berlin - Linken-Chef Jan van Aken ist nach eigener Aussage vom christlichen Gebot der […] (00)
Ralph Brinkhaus (Archiv)
Berlin - In der Unionsfraktion wächst der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), rasch […] (00)
Hank Azaria
(BANG) - Die 'Simpsons' haben eine bei den Fans beliebte Figur in den Ruhestand geschickt. In […] (00)
Primetime-Check: Mittwoch, 7. Januar 2026
Das Erste verlor das Krimi-Duell mit dem ZDF - in der jüngeren Altersgruppe wurde RTL das Feld überlassen. […] (00)
Nintendo bringt neue Farben: „Switch 2“-Joy-Cons werden endlich bunter
Nintendo setzt bei der Switch 2 weiter auf leise, aber gezielte Impulse. Jetzt hat das […] (00)
Putins U-Boot-Schock vor der US-Küste zwingt Washington in die Knie
Der Kalte Krieg ist zurück in den Gewässern der westlichen Hemisphäre und manifestiert sich in […] (00)
 
 
Suchbegriff