Lufthansa-Hauptversammlung: Aktionäre segnen Dividenden und Vorstandswechsel ab
In ihrem jüngsten Aktionärstreffen haben die Eigentümer der Lufthansa geschlossen hinter den Verwaltungsvorschlägen gestanden und grünes Licht für die Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen gegeben. Nachdem die Aktionäre in den vergangenen vier Geschäftsjahren pandemiebedingt auf Dividenden verzichten mussten, wurde die Auszahlung einer Dividende von 30 Cent je Aktie beschlossen. Auch wenn die Akzeptanz für den Vorstandsvergütungsbericht mit 73,21 Prozent auf der Versammlung in Frankfurt am niedrigsten war, steht damit die Rückkehr zu finanzieller Normalität symbolisch fest.
Begleitet wurden die wirtschaftlichen Themen jedoch von kritischen Stimmen bezüglich der Unternehmensführung. Nicht zuletzt die unerwartet hohe Fluktuation im Vorstand der Fluggesellschaft, einschließlich des Ausscheidens von vier Vorstandsmitgliedern, hat für Unruhe gesorgt, sowohl unter den Aktionärsschützern als auch auf dem Börsenparkett. Ingo Speich von Deka Investment äußerte sein Bedauern über den Weggang des bisherigen Finanzvorstands Remco Steenbergen zum Branchenkollegen Sandoz, während gleichzeitig Till Streichert als sein Nachfolger vorgestellt wurde.
Karl-Ludwig Kley, Chef des Aufsichtsrats, verteidigte die Entscheidungen rund um die Vorstandsriege und betonte die durchdachte und besonnene Vorgehensweise bei den Personalentscheidungen. Bei der Neuordnung des Aufsichtsrats zählt auch Sara Hennicken, Finanzchefin bei Fresenius, zu den Neuzugängen.
Spannungen zwischen Unternehmensführung und Gewerkschaftsvertretern waren ebenfalls Thema der Versammlung. Kley adressierte die jüngsten Arbeitskämpfe mit deutlichen Worten und bezifferte die resultierenden finanziellen Einbußen der Lufthansa für das erste und zweite Quartal. Er vermisst den Geist der Solidarität, den er während der Pandemie im Konzern erlebt hatte, und mahnt zur Wiederaufnahme einer konstruktiven Sozialpartnerschaft statt maximaler Konfrontation. Nachdem das Boden- und Kabinenpersonal ihre Arbeitsniederlegungen beendet haben und die Warnstreiks des Sicherheitspersonals an Flughäfen beigelegt sind, scheinen die Tarifkonflikte allerdings vorerst entschärft. (eulerpool-AFX)

