Kreuzfahrten unter Norovirus-Beschuss: Ein Seuchensommer auf hoher See?
Die ins Sommer-Verständnis eigentlich friedliche Welt der Kreuzfahrt erweist sich heuer als gesundheitlicher Brennpunkt. Nach Berichten der US-Gesundheitsbehörde CDC haben die ersten Monate des aktuellen Jahres 12 Norovirus-Ausbrüche an Bord von Kreuzfahrtschiffen gefordert - fast so viele, wie im gesamten Vorjahr. Im Jahr 2024 waren es 15 registrierte Ausbrüche, die auf den notorisch ansteckenden Erreger zurückzuführen sind. Die Werte der Pandemiejahre blieben stark eingeschränkt niedriger.
Experten führen diese Steigerung auf eine unzureichende Immunität gegen eine kürzlich kursierende Norovirus-Variante zurück. Besonders in den USA manifestierte sich diese Situation massiv. Die Zunahme von Ausbrüchen, die fast doppelt so hoch war wie im Vorjahreszeitraum, lässt darauf schließen, dass sowohl Passagiere als auch Crewmitglieder intensiv betroffen sind.
Kreuzfahrtschiffe bieten durch ihre beschränkten räumlichen Verhältnisse und die Anzahl der Gemeinschaftseinrichtungen einen idealen Nährboden für die Verbreitung der hochinfektiösen Viren. Ein Ausbruch wird bereits erfasst, wenn drei Prozent der Personen an Bord Symptome wie Erbrechen und Durchfall entwickeln.
Selbst eine einzelne infizierte Person oder kontaminierte Oberflächen und Nahrungsmittel können ein dramatisches Infektionsgeschehen entwickeln. Laut CDC kam es bereits auf der "Queen Mary 2" zu einem bemerkenswerten Vorfall, bei dem elf Prozent der Passagiere von der Krankheit betroffen waren.

