Klimaschutz im Fuhrpark der Regierung – Ein Elektro-Ambivalenz
Deutschlands politische Führung zeigt bei der Wahl ihrer Dienstwagen noch ein uneinheitliches Bild hinsichtlich des Klimaschutzes. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat kürzlich aufgedeckt, dass viele Dienstwagen der Spitzenpolitiker weiterhin mehr CO2 emittieren als ein durchschnittliches Auto in Deutschland. Trotz der anhaltenden Klimakrise sind unter den 238 Top-Politikern lediglich 87 komplett auf Elektrofahrzeuge umgestiegen.
Dennoch gibt es einen leichten Aufwärtstrend im Bereich der Elektromobilität innerhalb der Bundesebene: Der Anteil der rein elektrischen Fahrzeuge ist von 50 auf 57 Prozent gestiegen. Diese Zahl beinhaltet auch die Staatssekretärinnen und -sekretäre im Bundeskabinett. Laut DUH fahren gegenwärtig vier Bundesminister vollständig elektrisch.
Die Vergleichbarkeit der DUH-Zahlen mit anderen Erhebungen ist eingeschränkt, da die Umwelthilfe Plug-In-Hybride oft nur im Verbrennermodus berücksichtigt. Diese Annahme steht in der Kritik, weil unklar bleibt, wie die Politiker diese Fahrzeuge tatsächlich nutzen. Spannend bleibt auch, dass viele Spitzenpolitiker deutlich mehr als ein Dienstfahrzeug zur Verfügung haben, aber in der Bewertung der Umwelthilfe stets nur ein Auto pro Person erfasst ist.
Auffällig ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), der als einer der wenigen Landeschefs auf ein Elektroauto setzt. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher wechselte unterdessen von einem reinen Elektrofahrzeug zu einem Plug-In-Hybrid, wie die aktuelle Rangliste zeigt.

