Klarna steigert Umsatz um ein Fünftel – höhere Verluste vor geplanter US-Börsennotiz
Klarna hat im zweiten Quartal den Umsatz um knapp 21 Prozent auf 823 Millionen US-Dollar gesteigert, gleichzeitig aber einen höheren Nettoverlust verbucht. Der schwedische Buy-now-pay-later-Anbieter meldete für die Monate April bis Juni ein Minus von 53 Millionen Dollar, nach 18 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Das Unternehmen bereitet sich auf einen zweiten Anlauf für eine New Yorker Börsennotiz im Herbst vor. Die ursprünglichen Pläne waren im April ausgesetzt worden, nachdem US-Präsident Donald Trumps Handelspolitik die Märkte verunsichert hatte. Jüngste Börsengänge von Figma und Bullish nähren nun die Hoffnung auf starke Nachfrage nach Tech- und Finanztiteln.
Ein Sonderaufwand von 24 Millionen Dollar aus Flächenreduzierungen belastete die Bilanz. Klarna setzt parallel auf Kostensenkungen, Personalabbau und den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Strategisch bewegt sich das Unternehmen weg vom klassischen zinsfreien Ratenkauf hin zu einem vollwertigen Neobank-Modell mit Debitkarten und verzinsten Krediten. Das Volumen dieser neuen Darlehen hat sich binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt und macht inzwischen acht Prozent des Gesamtvolumens aus.
Damit stiegen die Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle auf 174 Millionen Dollar, nach 106 Millionen Dollar im Vorjahr. Dennoch gingen die realisierten Ausfälle leicht auf 0,45 Prozent des Volumens zurück. Die weltweite Ausfallquote im BNPL-Geschäft sank auf 0,89 Prozent, verglichen mit 1,03 Prozent vor einem Jahr. Vorstandschef Sebastian Siemiatkowski verwies auf einen Rekordwert pünktlich oder vorzeitig beglichener Transaktionen.


