Kiew unter Beschuss: Neue Eskalationsstufe im Ukraine-Konflikt
Die jüngsten russischen Drohnen- und Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew haben zu einer Zunahme der Verletztenzahl geführt. Laut Vitali Klitschko, dem Bürgermeister der Metropole, sind mittlerweile 23 Personen verletzt, von denen 14 stationär behandelt werden müssen. Leider befinden sich unter den Verwundeten auch ein zehnjähriges Mädchen. Infolge des Beschusses erlitten Wohnhäuser, Bildungseinrichtungen sowie die medizinische Infrastruktur erhebliche Schäden. Ebenfalls betroffen ist die Verkehrsinfrastruktur, da beschädigte Bahngleise nun Verzögerungen im Zugverkehr verursachen.
Die ukrainischen Luftstreitkräfte berichten über eine beispiellose Angriffswelle: Seit Donnerstagabend verzeichneten sie landesweit 550 feindliche Operationen mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern. Dank effektiver Flugabwehrmaßnahmen wurden dabei 478 Ziele neutralisiert, jedoch kam es an acht Stellen zu Einschlägen. Kiew stand hierbei besonders im Fokus der russischen Offensive.
Gleichzeitig zeigt auch die Ukraine militärische Gegenwehr, indem sie Drohnenangriffe auf russisches Territorium durchführt. So kam es im Rostow-Gebiet zu einem tödlichen Vorfall, als eine Drohne in ein zweigeschossiges Wohnhaus einschlug, was den Tod einer Rentnerin zur Folge hatte. In der Stadt Sergijew Possad im Moskauer Gebiet wurden nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Menschen bei einem ähnlichen Angriff verletzt.
Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass insgesamt 48 ukrainische Drohnen erfolgreich abgewehrt wurden. Vor dem Hintergrund dieser kontinuierlichen Eskalation fordert die Ukraine wiederholt ihre westlichen Verbündeten zur Verstärkung der Flugabwehrsysteme auf. Ernüchterung machte sich breit, als bekannt wurde, dass die USA die Lieferung bestimmter Waffen an die Ukraine vorübergehend eingestellt haben.
Für zusätzliche Spannung sorgte ein kürzlich erfolgtes Telefonat zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Trump zeigte sich im Anschluss wenig zufrieden mit dem Gespräch, da es keinerlei Fortschritte im Hinblick auf eine Lösung des Ukraine-Konflikts gegeben habe.

