Kiew im Dunkeln: Selenskyj fordert energische Maßnahmen
Mehr als eine Million Haushalte sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach intensiven russischen Angriffen von der Stromversorgung abgeschnitten, berichtet Präsident Wolodymyr Selenskyj. Zudem sind rund 4.000 Hochhäuser ohne Heizung. In einer eindringlichen Abendansprache appellierte Selenskyj an unterschiedlichen Akteure der Energieversorgung wie Ukrenergo, die Regierung sowie regionale und städtische Verwaltungen, kontinuierlich an der Wiederherstellung der Energieversorgung zu arbeiten.
Darüber hinaus übte der Präsident erneut Kritik an der Effektivität der Flugabwehr. Insbesondere die Reaktionen der Luftstreitkräfte auf Drohnenangriffe iranischer Bauart bezeichnete er als unzureichend. Er betonte, dass eine Reorganisation der Luftwaffe erforderlich sei. Entsprechende Gespräche mit Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow habe es bereits gegeben, so Selenskyj, der gleichzeitig personelle Konsequenzen im Verteidigungsbereich ankündigte.
Bereits zuvor hatte der Präsident strukturelle Veränderungen in der Flugabwehr eingeleitet: Pawlo Jelisarow, der erfolgreiche Kommandeur einer Drohneneinheit, übernahm als Vizekommandeur der Luftwaffe eine strategisch wichtige Rolle. Der fortwährende Krieg, den Russland seit mittlerweile knapp vier Jahren gegen die Ukraine führt, hinterlässt damit auch weiterhin tiefe Spuren im Land.

