KI und Cloud beflügeln Microsoft: Kurse und Gewinne im Höhenflug
Microsoft hat im vergangenen Quartal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie stark die Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Dienste zum Wachstum eines Unternehmens beitragen können. Der Software-Riese konnte seinen Umsatz im Jahresvergleich um bemerkenswerte 13 Prozent auf 70,1 Milliarden US-Dollar steigern und damit die Erwartungen der Analysten übertreffen. Auch der Gewinn erfuhr einen kräftigen Anstieg, was die Zuversicht der Anleger in Bezug auf die anhaltende Dynamik im Cloud-Segment weiter stärkte.
Nicht zuletzt trug Finanzchefin Amy Hood mit positiven Ausblicken für das aktuelle Quartal zur Euphorie bei. Anleger reagierten erleichtert und sorgten inmitten der Unsicherheiten bezüglich der US-Zollpolitik für einen Kurssprung. Mit einem Anstieg um neun Prozent auf 430,62 Dollar setzte die Microsoft-Aktie ihre Erholung vom Tiefstand im April fort, ausgelöst durch die Zollpläne von US-Präsident Donald Trump, die insbesondere Tech-Aktien in Mitleidenschaft gezogen hatten.
Trotz eines Kurswerts unter 345 Dollar vor wenigen Wochen schaffte es Microsofts Aktie wieder nach oben. Dabei stieg die Marktkapitalisierung auf satte 3,2 Billionen Dollar und übertraf somit kurzfristig Apple im Rennen um den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt. Microsoft meldete einen Gewinn von 25,8 Milliarden Dollar, was im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 18 Prozent entspricht. Entscheidenden Anteils daran war die Cloud-Plattform Azure, deren Umsatz um 33 Prozent kletterte, darunter ein erheblicher Beitrag durch KI-Innovationen.
Das Azure-Segment steht für Experten wie Brent Thill von Jefferies im Fokus als Gradmesser für Microsofts Geschäftsdynamik. Nicht-KI-gestützte Cloud-Geschäfte überraschten positiv, und der Umsatzausblick für das laufende Quartal übertraf die allgemeinen Erwartungen. Der belastende Einfluss des Wirtschaftsumfelds blieb dabei geringer als befürchtet.
Wie die Wettbewerber Amazon Web Services und Googles Cloud Plattform investierte Microsoft stark in den Ausbau von Rechenzentren, aufgerüstet mit KI-Funktionen. Die Investitionen beliefen sich im abgelaufenen Quartal auf 21,4 Milliarden Dollar, was gegenüber dem vorangegangenen Quartal sogar einen Rückgang und damit den ersten Rückgang der letzten zwei Jahre darstellt. Diese Entwicklung unterstreicht, dass die Sorgen der Investoren, wonach im harten Wettbewerb um KI-Fähigkeiten möglicherweise zu viel Geld ausgegeben werden könnte, nicht völlig unbegründet sind.

