JP Morgan bleibt bei seiner Ölpreisprognose trotz geopolitischer Spannungen
Die Investmentbank JP Morgan hält an ihrer Ölpreisprognose für 2025 fest und erwartet, dass der Brent-Ölpreis im unteren bis mittleren Bereich der 60-Dollar-Marke gehandelt wird. Diese Einschätzung bleibt bestehen, trotz der angespannten geopolitischen Lage, die durch Konflikte zwischen Iran, den USA und möglicherweise Israel beeinflusst wird.
Am Donnerstag veröffentlichte die Bank eine Einschätzung, in der sie für das Jahr 2026 einen durchschnittlichen Ölpreis von 60 Dollar sieht. Gleichzeitig wurde jedoch ein Bereich von 120 bis 130 Dollar pro Barrel als mögliche Spanne im schlimmsten Fall genannt, zum Beispiel bei einem militärischen Konflikt und einer Schließung der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öltransports verläuft.
Die Märkte kalkulieren bereits einen Risikozuschlag ein: Brent handelt derzeit bei etwa 69,54 Dollar, und WTI liegt bei 68,07 Dollar – etwa 4 Dollar über der fairen Wertschätzung von JP Morgan im Juni, die bei 66 Dollar lag.
Die Internationale Atomenergie-Organisation hat am Donnerstag formell festgestellt, dass der Iran gegen seine Verpflichtungen zur Nichtverbreitung von Kernwaffen verstoßen hat, nachdem an mehreren Standorten nicht deklarierte nukleare Aktivitäten entdeckt wurden. Indirekte nukleare Gespräche zwischen den USA und dem Iran werden am 15. Juni in Oman fortgesetzt.
Unterdessen erwägt Israel Berichten zufolge einseitige militärische Aktionen gegen iranische Atomstandorte, während Präsident Trump an einem Rahmenabkommen arbeitet. Die USA haben bereits nicht-essentielles Botschaftspersonal aus der Region abgezogen.
JP Morgan betont, dass solche Eskalationen zu einer erheblichen Unterbrechung der Versorgung führen könnten, insbesondere wenn die Exporte des Iran von 2,1 Millionen Barrel pro Tag abgeschnitten würden. Die Grundannahme der Bank beruht jedoch weiterhin auf der Hoffnung, dass die Diplomatie bestand hält.
Der Ölpreis wird derzeit von der Sommernachfrage und niedrigen US-Lagerbeständen gestützt. Doch im Herbst wird erwartet, dass makroökonomische Gegenwinde und steigende Fördermengen der OPEC+ die Preise belasten könnten.

