Isolationistische Töne und Lobeshymnen: Trump entflammt Davos
US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos mit einer Mischung aus Selbstlob und kritischen Seitenhieben gegen Europa für Aufsehen gesorgt. Der Präsident bekräftigte seine umstrittene Forderung, Grönland zum Schutz der globalen Sicherheit unter amerikanischen Einfluss zu bringen, und rief zu 'sofortigen Verhandlungen' auf, ohne jedoch konkrete Gesprächspartner zu nennen. Obwohl Dänemark und andere europäische Staaten die Insel als unverkäuflich betrachten, betonte Trump, dass die USA die einzige Macht seien, die 'dieses riesige Stück Land' ausreichend schützen könnten.
Neben seiner Grönland-Initiative zog der US-Präsident auch die Entwicklung Europas in Zweifel und bemerkte, dass sich viele Länder in eine aus seiner Sicht fragwürdige Richtung bewegten. Während Trump den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz anerkennend erwähnte, übte er gleichzeitig Kritik an Emmanuel Macron, der bei seinem Auftritt im Forum durch eine Sonnenbrille auffiel.
Seinen Unmut äußerte Trump ebenfalls über die NATO. Er stellte die Solidarität des Bündnisses infrage und beschrieb ein hypothetisches Szenario, in dem die USA, angegriffen von unbestimmten Nationen, auf Hilfe angewiesen wären. Trotz seiner Skepsis betonte er, dass die USA ihr Engagement für die NATO weiterhin aufrechterhalten würden, stellte jedoch die Gegenseitigkeit dieser Unterstützung infrage.
Im Hinblick auf den Ukraine-Krieg sprach Trump von einem blutigen Konflikt und betonte seinen Wunsch, das Leiden zu beenden. Er kündigte ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an. Trump bestand darauf, dass Europa und die NATO mehr Verantwortung übernehmen sollten, da die USA geographisch weit entfernt seien.
Seinem patriotischen Bekenntnis fügte er hinzu, dass die USA die 'angesagteste' Nation der Welt seien und ihre Wirtschaftsstrategie, die auf die Reduktion der Bundesausgaben und Handelszölle setze, von Erfolg gekrönt sei. Zum Thema erneuerbare Energien äußerte sich Trump kritisch und bezeichnete die globalen Bemühungen als 'grünen Betrug'. Die USA würden weiterhin auf fossile Brennstoffe und die verstärkte Nutzung der Atomkraft setzen, deutete der Präsident an.
Trumps Auftritt war von technischer Unwägbarkeit begleitet, da die Air Force One aufgrund technischer Probleme umkehren musste und die Delegation mit Verspätung in der Schweiz eintraf. Diese Verzögerung führte dazu, dass ein geplantes Treffen mit Friedrich Merz nicht stattfinden konnte. Derweil plant die EU, über Gegenmaßnahmen zu Trumps angedrohten Strafzöllen zu beraten.

