Lage im Überblick

Iran-Krieg: Sorge um Waffenruhe - Treffen in China

05. Mai 2026, 15:46 Uhr · Quelle: dpa
Die Öffnung der Straße von Hormus ist weiter ein Zankapfel
Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
Die USA wollen Schiffe aus der Straße von Hormus eskortieren
Die iranischen Attacken auf Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigen, wie fragil die Waffenruhe ist. Vermittlerstaat Pakistan beschwört die Kriegsparteien. Hilft ein Treffen in China?

Teheran/Washington (dpa) - Angesichts wieder zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat der Vermittlerstaat Pakistan zur Zurückhaltung gemahnt. Es sei «absolut essenziell, dass die Waffenruhe gewahrt und respektiert» werde, schrieb Premierminister Shehbaz Sharif auf X. Zudem verurteilte Sharif Raketen- und Drohnenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Der Iran hatte am Montag Ölanlagen im Hafen von Fudschaira angegriffen.

Nach Angaben des US-Generalstabschefs Dan Caine habe der Iran seit Beginn der Waffenruhe mehr als zehnmal US-Streitkräfte angegriffen. Seit der Anfang April verkündeten Feuerpause habe der Iran zudem neunmal auf Handelsschiffe geschossen und zwei Containerschiffe beschlagnahmt, führte Caine bei einer Pressekonferenz aus. Er sprach von Vorfällen, die alle «derzeit noch unterhalb der Schwelle für die Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen liegen».

Am Montag habe der Iran einmal den Oman und dreimal die Vereinigten Arabischen Emirate angegriffen, sagte Caine. Zusätzlich sei er mit Marschflugkörpern, Drohnen und Schnellbooten gegen US-Streitkräfte vorgegangen, die versuchten, die Handelsschifffahrt in der Meerenge von Hormus wieder in Gang zu bringen. Kampfhubschrauber der USA hätten diese Angriffe erfolgreich abgewehrt.

Der Streit über die von Iran blockierte Meerenge gefährdet die Waffenruhe zwischen den USA und dem Land. 

US-Präsident Donald Trump hatte der Islamischen Republik wegen der jüngsten Attacken erneut mit Vernichtung gedroht. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wiederum warnte die USA vor einer Fortsetzung ihrer Initiative «Projekt Freiheit». Mit ihr wollen die USA die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr und damit für den weltweiten Ölhandel öffnen.

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran gilt nach Darstellung von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth aber dennoch. «Die Waffenruhe ist nicht beendet», sagte er bei einer Pressekonferenz. Bei der neuen US-Initiative zur Wiederherstellung des freien Handelsverkehrs in der Meerenge handele es sich um eine separate, zeitlich begrenzte, defensive Operation. Dieser Einsatz laufe getrennt vom Militäreinsatz «Gewaltiger Zorn» gegen den Iran und unterscheide sich deutlich.

Hegseth sieht Erfolge bei «Projekt Freiheit»

In einer ersten Bilanz zum «Projekt Freiheit» erklärte Hegseth, dass zwei Handelsschiffe erfolgreich durch die Straße eskortiert worden seien. Viele andere machten sich bereit für die Passage. Zugleich seien sechs Schiffe gehindert worden, iranische Häfen anzusteuern. «Amerika nutzt seine Stärke, um anderen zu helfen», sagte er.

Er machte klar, dass die Mission zeitlich begrenzt sein soll, zumal die USA nach seinen Worten nicht auf Öl aus der Region angewiesen sind. «Wir erwarten, dass die Welt aktiv wird», fügte er hinzu. Die USA hatten andere Staaten aufgefordert, sich an der Absicherung des Handelsverkehrs in der Meerenge zu beteiligen.

Treffen in China 

Inmitten des andauernden Konflikts wollte Irans Außenminister Abbas Araghtschi nach China reisen, um mit seinem chinesischen Kollegen die Entwicklungen in der Region zu erörtern, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim mitteilte. China gilt als Hauptabnehmer der iranischen Öl- und Gasproduktion. Die Volksrepublik hatte auch die gegen iranische Häfen gerichtete US-Seeblockade in der Straße von Hormus kritisiert. Zuletzt war Araghtschi zu Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in St. Petersburg.

EU-Kommissar: «Wohl schwerste Energiekrise aller Zeiten»

Die EU sieht die Welt angesichts des Konflikts in der «wohl schwersten Energiekrise aller Zeiten», wie Energiekommissar Dan Jørgensen in Brüssel sagte. «Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereits über 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben – ohne dafür zusätzliche Lieferungen zu erhalten.» 

Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases wird normalerweise durch die seit Wochen blockierte Straße von Hormus transportiert. Zudem wurden in den vergangenen Monaten Energieproduktionsanlagen in mehreren Golfstaaten durch iranische Angriffe beschädigt. 

EU bereitet sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor

Nach einem Kriegsende werde es voraussichtlich Jahre dauern, bis die Gasproduktion in der Region wieder normal laufe, sagte Jørgensen. Die EU bereite sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor, besonders bei Flugkraftstoff. Er verwies auf die neue Beobachtungsstelle der EU, die Daten zum vorhandenen Flugtreibstoff sammelt. So wolle man auch erkennen, falls politische Maßnahmen zur Koordinierung und Umverteilung nötig würden, sagte er. «Wir hoffen, dass es nicht zu einer Situation kommt, in der dies notwendig wird, aber wir bereiten uns darauf vor.»

Trump droht, Irans Außenminister warnt

Trump drohte dem Iran für den Fall von Angriffen auf US-Schiffe mit Vernichtung. Der Iran werde «von der Erde gefegt», sollte er Schiffe angreifen, die im Rahmen der neuen US-Initiative zur Öffnung der Straße von Hormus im Einsatz seien, zitierte ihn der Sender Fox News.

Araghtschi schrieb auf der Plattform X: «Projekt Freiheit ist Projekt Sackgasse.» Die Ereignisse in der Straße von Hormus machten deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gebe. Der Außenminister behauptete weiter, die Verhandlungen für ein Ende des Kriegs machten Fortschritte «dank des großen Einsatzes Pakistans». 

Arabische Staaten verurteilen iranische Angriffe

Arabische Staaten wie Jordanien, Bahrain und Ägypten verurteilten die erneuten Angriffe Irans auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Auch die Golfstaaten Kuwait und Katar zeigten sich solidarisch. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman verurteilte die Angriffe als ungerechtfertigt.

Der Israels ehemaliger Ministerpräsident Naftali Bennett stufte die neuen iranischen Angriffe auf die VAE als Kriegserklärung ein. «Dies ist de facto eine Erklärung der Wiederaufnahme des iranischen Kriegs gegen die Verbündeten der Vereinigten Staaten und Israels in der gesamten Region», schrieb er auf X.

Krieg / Konflikte / Schifffahrt / Iran / USA / China / International
05.05.2026 · 15:46 Uhr
[8 Kommentare]
Commerzbank
Mailand/Frankfurt (dpa) - Mit einem offiziellen Übernahmeangebot erhöht die Unicredit den Druck auf die Commerzbank. «Ich glaube, dass man durch das Angebot die Dinge voranbringen kann», sagte Unicredit-Chef Andrea Orcel den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX in Frankfurt. «Wir sind sehr offen für jeden Dialog, aber die Angebotsfrist ist nun einmal […] (01)
vor 9 Minuten
Amanda Seyfried
(BANG) - Amanda Seyfried hat sich auf die Met Gala gemeinsam mit ihrem Haustier – einem Esel – vorbereitet. Die 'Housemaid'-Darstellerin lebt auf einer Farm in den Catskills im US-Bundesstaat New York und erklärte, dass ihr ruhiges Familienleben mit ihrem Ehemann Thomas Sadoski, ihrer achtjährigen Tochter Nina und ihrem fünfjährigen Sohn in starkem […] (00)
vor 3 Stunden
Apple prüft Intel und Samsung für die Chipherstellung
Laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg führt Apple derzeit frühe Gespräche mit Intel und evaluiert die Fertigungsanlagen von Samsung Electronics. Das primäre Ziel des Unternehmens aus Cupertino ist es, die Produktion seiner Prozessoren breiter aufzustellen und die starke Abhängigkeit vom bisherigen Hauptlieferanten TSMC zu verringern. Apple- […] (00)
vor 2 Stunden
Subnautica 2: Release Termin steht – Aber was ist mit dem Publisher-Chaos?
Endlich gibt es Licht am Ende des Tiefseegrabens:   Unknown Worlds  hat den Early Access Start für  Subnautica 2  offiziell bestätigt. Am  14. Mai 2026  dürfen wir wieder abtauchen – und das nicht nur auf dem  PC, sondern auch auf  Xbox Series X/S. Besonders erfreulich für Abonnenten: Der Titel landet direkt zum Start im  Game Pass. Doch während ein […] (00)
vor 36 Minuten
Burda macht eigene Produktionsschmiede dicht
Auch auf Anfrage von Quotenmeter bestätigt die Konzern-Seite den Sachverhalt inzwischen und führt Gründe an. Bereits den ganzen Morgen über (5. April) waren Meldungen im Umlauf, wonach der Burda-Verlag die hauseigene Produktionsschmiede mit dem Namen "BurdaStudios" aufgeben wird. Zuletzt hatte eben diese Firma noch 30 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Auch auf Anfrage von […] (00)
vor 1 Stunde
Bayern München - 1. FC Heidenheim
München (dpa) - Ring frei, Runde zwei: Alle Fußball-Liebhaber warten gebannt auf den ultimativen Schlagabtausch zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain. «Jetzt geht's los. Jetzt ist Crunchtime angesagt. Wir sind alle sehr heiß auf das Spiel und bereit, alles zu geben», sagte Nationalspieler Jonathan Tah. Für Trainer Vincent Kompany ist das Ziel […] (01)
vor 3 Stunden
AMD nach bestem Börsenmonat seit 25 Jahren: Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit
Der Kursanstieg hat AMD in eine Falle gelockt Es gibt Rallyes, die befreien. Und es gibt Rallyes, die gefangen nehmen. AMDs April-Kursanstieg von 74 Prozent – der stärkste Monat des Chipherstellers seit Januar 2001, nahezu doppelt so hoch wie der Philadelphia Semiconductor Index im gleichen Zeitraum – gehört zur zweiten Kategorie. Denn je höher die […] (00)
vor 29 Minuten
Wenn sich Leidenschaft ihren Weg bahnt: Ohne Bohrmaschine wäre alles halb so schön
Mannheim, 05.05.2026 (lifePR) - Gesellenstücke beherbergen die Kunstfertigkeit und das Wissen einer ganzen Lehrzeit. Schade, dass nicht jeder diese tollen Arbeiten zu Gesicht bekommt, fand die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald und kreierte kurzerhand einen Wettbewerb, der den Abschlussarbeiten eine Bühne bietet. Unter #zeigsallen findet […] (00)
vor 1 Stunde
 
Auto fährt in Leipzig in Menschenmenge - Polizei am Tatort am 05.05.2026
Leipzig - Nach der Amokfahrt in Leipzig mit zwei Todesopfern hat die Polizei am […] (00)
Drei Tote nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff
Kap Verde/Vlissingen (dpa) - Nach einem möglichen Ausbruch des Hantavirus auf einem […] (00)
Fortsetzung Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung
Hamburg (dpa) - Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder in der Silvesternacht […] (00)
Met Gala
New York (dpa) - Die «Party des Jahres» wird zum Familienfest: Sängerin Beyoncé und […] (03)
Vor dem Eurovision Song Contest (ESC) 2026
Wien (dpa) - Die Polizei rechnet besonders am Finaltag des Eurovision Song Contests […] (00)
Boy George
(BANG) - Boy George hat einen irischen Pass beantragt, um seine verstorbene Mutter zu […] (00)
Steven Soderbergh
(BANG) - Steven Soderbergh ist überzeugt, dass der Einsatz von künstlicher […] (00)
business, computer, security, currency, finance, bitcoin, money, digital, financial, technology
In der XRP-Community kursieren seit langem ambitionierte Preisprognosen, die oft von […] (00)
 
 
Suchbegriff