Intel: Neuer Schwung durch beeindruckende Quartalszahlen
Die Intel-Aktionäre erleben einen erfreulichen Aufwind, nachdem der Chipriese mit einem beachtlichen Quartalsbericht überrascht hat. Der Kurs der Aktie kletterte im vorbörslichen Handel um beachtliche 8,4 Prozent und setzte damit die im September begonnene Erholung fort, die durch den Einstieg von Nvidia beschleunigt wurde. Besonders bemerkenswert: Die Marke von 40 Dollar, die seit April 2024 nicht mehr erreicht wurde, könnte fallen – ein Zeichen für die langfristige Kursverdopplung in diesem Jahr.
Im zurückliegenden Quartal konnte Intel wieder schwarze Zahlen schreiben, was unter anderem auf eine Verringerung der Defizite in der Produktion zurückzuführen ist. Ein Gewinn von 4,1 Milliarden US-Dollar steht einem Verlust von 16,6 Milliarden im Vorjahreszeitraum gegenüber. Analyst Stacy Rasgon von Bernstein Research lobte die klaren und positiven Zahlen, die besser ausgefallen seien als erwartet.
Am Markt wurde zudem die optimistische Umsatzprognose für das letzte Quartal des Jahres positiv aufgenommen. Ein Umsatz von circa 13,3 Milliarden Dollar wird erwartet, was ein Hoffnungsschimmer für die laufende Comeback-Mission des Unternehmens ist, trotz einer leichten Abweichung von den Analystenerwartungen, die noch das Geschäft mit Altera eingerechnet hatten.
Der steigende Bedarf an Servern und der Beginn eines neuen PC-Erneuerungszyklus erweisen sich als nützliche Treiber, so Blayne Curtis von Jefferies. Dennoch bleibt Intel in der Halbleiterfertigung gefordert. Kritisch äußerte sich Christopher Danely von der Citigroup zum "Foundry"-Bereich, in dem er Defizite sieht, die durch den Verkauf an andere Chiphersteller besser aufgefangen werden könnten. Er glaubt, dass die Aktie den Erfolgen in diesem Segment bereits zu weit vorausgeeilt ist.
Bernstein-Analyst Rasgon warnt weiterhin vor überzogenen Erwartungen und hält den Kampf für Intel noch lange nicht für beendet. Für den Moment sei es aus seiner Sicht eher angebracht, von einem “Unentschieden” zu sprechen.
Die Intel-Aktionäre hegen derzeit Optimismus, da im August bekannt wurde, dass neben Softbank auch die US-Regierung Anteilseigner geworden ist. Ausschlaggebend für den jüngsten Kurssprung war aber insbesondere der Einstieg Nvidias mit einem Investment von fünf Milliarden Dollar – ein Deal, der das Papier zuletzt auf 39,65 Dollar katapultierte.

