Inflationsrate der Eurozone bleibt stabil – Experten zufrieden, aber wachsam
Die Inflationsrate in der Eurozone zeigt sich im Juli unverändert stabil. Laut der jüngsten Schätzung von Eurostat in Luxemburg sind die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent gestiegen. Dies entspricht exakt dem mittelfristigen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB), während Volkswirte ursprünglich mit einem leichten Rückgang auf 1,9 Prozent gerechnet hatten.
Ein detaillierter Blick auf die wirtschaftlichen Komponenten zeigt, dass die Kerninflationsrate, bei der schwankungsreiche Elemente wie Energie ausgeblendet werden, weiterhin bei 2,3 Prozent liegt. Diese Entwicklung war von den Experten erwartet worden. Positiv hervorzuheben ist der Rückgang der Energiepreise gegenüber dem Vorjahr, wobei auch der Preisanstieg im Dienstleistungssektor eine Abschwächung erfahren hat. Im Vergleich zum Vormonat blieben die Verbraucherpreise weitgehend unverändert, obwohl ein leichter Rückgang prognostiziert wurde.
In einem länderspezifischen Kontext weist Deutschland gemäß dem harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) eine leicht niedrigere Inflationsrate von 1,8 Prozent auf. Frankreich überzeugt mit der niedrigsten Rate innerhalb der Eurozone von lediglich 0,9 Prozent, während Italien 1,7 Prozent und Spanien 2,7 Prozent verzeichnen.
Die EZB hat zuletzt den Leitzins bestätigt, nachdem der Einlagenzins seit dem vergangenen Sommer bereits achtmal gesenkt wurde. Commerzbank-Experte Vincent Stamer kommentiert, dass die Teuerungsrate voraussichtlich in der Nähe der 2-Prozent-Marke verweilen wird. Eine höhere als von der EZB erwartete Inflation verringert laut Stamer die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung. Die Commerzbank rechnet nicht damit, dass die EZB die Zinsen weiter senken wird.

