Importpreise in Deutschland: Rückgang erstmals seit Monaten verzeichnet
Die Einfuhrpreise in Deutschland haben erstmals seit Oktober letzten Jahres einen bemerkenswerten Rückgang erlebt. Laut Informationen des Statistischen Bundesamtes sanken die Preise im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozent. Interessanterweise hatten Analysten für diesen Zeitraum eine Stagnation der Preisniveaus erwartet. Zuvor waren die Einfuhrpreise im März um 2,1 Prozent und im Februar um 3,6 Prozent gestiegen.
Dieser Rückgang könnte vor allem auf die drastische Verbilligung der Energiepreise zurückgeführt werden, die im Jahresvergleich um beeindruckende 11 Prozent fielen. Besonders auffällig ist der Preisverfall bei importiertem Rohöl, das um 25,3 Prozent günstiger wurde, sowie bei Mineralölerzeugnissen, die um 19,0 Prozent nachgaben.
Im Gegensatz dazu zu verzeichnen sind erhebliche Preissteigerungen bei importierten Lebensmitteln. Hierbei stechen Apfelsaft mit einem Anstieg von 38,8 Prozent, Orangensaft mit 33,0 Prozent, Rindfleisch mit 32,3 Prozent und Geflügelfleisch mit 29,2 Prozent hervor.
Die Entwicklung der Einfuhrpreise hat erhebliche Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, die wiederum einen maßgeblichen Einfluss auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ausüben. Mit einer Teuerungsrate von 2,2 Prozent im April bewegte sich die Inflation nur geringfügig über dem langfristigen Ziel der EZB von zwei Prozent. Dennoch wird bei der nächsten Entscheidung zur Zinspolitik fest mit einer weiteren Absenkung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet.

