Holpriger Start für den Stalker-Erben: PIONER kämpft auf Steam ums Überleben
Die Vorfreude war greifbar, fast schon elektrisierend wie eine Anomalie im Sperrgebiet. Doch der Aufprall auf dem harten Boden der Tatsachen fiel für den ambitionierten MMO-Shooter PIONER schmerzhafter aus als erhofft. Wer auf einen reibungslosen Einstieg in die düstere, sowjetisch geprägte Postapokalypse gehofft hatte, wurde am Release-Tag eines Besseren belehrt. Statt eines Triumphs sehen wir uns mit einer ernüchternden Realität konfrontiert: Das Steam-Barometer zeigt lediglich eine „Ausgeglichene“ Stimmung an. Nur 48 Prozent der ersten Rezensenten konnten sich zu einem Daumen nach oben durchringen. Ein Start, der definitiv nicht nach Plan verlief und die Geduld der Community auf die Probe stellt.
Zahlen, die Ernüchterung bringen
Auch der Blick auf die Spielerzahlen lässt aktuell noch keine Sektkorken knallen. Mit einem bisherigen Höchststand von exakt 1.140 gleichzeitigen Pionieren wirkt die Insel noch recht verlassen für ein Massively Multiplayer Online Game. Natürlich kann diese Zahl in den kommenden Tagen noch klettern, doch für ein Spiel mit solch massiven Ambitionen und einer langen Beta-Phase ist das ein verhaltener Auftakt. Die Kritikpunkte sind dabei so divers wie die Mutanten im Spiel selbst: Technische Schluckauf-Momente und Stabilitätsprobleme trübten das anfängliche Erkundungserlebnis massiv und sorgten für Frust statt Faszination.
Blitzreaktion aus der Kommandozentrale
Doch GFA Games steckt den Kopf keineswegs in den radioaktiven Sand. Lobenswerterweise reagierten die Entwickler mit einer Geschwindigkeit, die manch großen Publisher beschämen würde. Ein erster Hotfix wurde bereits deployt, um die gröbsten Wunden zu versorgen. Im Fokus standen dabei quälend lange Ladezeiten der Karten sowie Gesichtsanimationen, die auf niedrigen und mittleren Einstellungen eher unheimlich als realistisch wirkten. Auch die oft bemängelte Serverstabilität soll nun deutlich robuster sein, damit du nicht mitten im Gefecht die Verbindung verlierst.
Ein Jahr im Labor – Der Weg zur Vollversion
Dies ist jedoch erst das Vorgeplänkel. Das Studio hat bereits einen umfangreicheren „Major Patch“ in Aussicht gestellt, der tiefgreifendere Verbesserungen bringen soll. Der aktuelle Plan sieht vor, dass PIONER für etwa ein Jahr im Early Access verweilt. In dieser Zeit soll der Rohdiamant geschliffen werden. An mangelndem Umfang liegt es jedenfalls nicht: Bereits jetzt warten fünf Story-Akte und über 100 Stunden Spielzeit darauf, von dir durchforstet zu werden. Die Substanz ist da, jetzt muss nur noch die Technik mitziehen.


