Hollywood klopft an: Warum der ARC Raiders-Film trotz verlockender Angebote (noch) warten muss
Es ist das wohl ungeschriebene Gesetz der modernen Unterhaltungsindustrie: Wenn ein Videospiel wie eine Rakete durch die Decke geht, stehen die Produzenten aus der Traumfabrik Los Angeles fast augenblicklich auf der Matte. ARC Raiders bildet hier keine Ausnahme. Nachdem der Extraktions-Shooter die Multiplayer-Szene im Sturm erobert und Berichten zufolge in nur wenigen Monaten über 12 Millionen Einheiten abgesetzt hat, scheint der nächste logische Schritt die große Leinwand zu sein. Doch Embark Studios tritt überraschend auf die Bremse – aus gutem Grund.
Eine Flut an Offerten für Söderlund
Patrick Söderlund, der CEO von Embark Studios, bestätigte kürzlich in einer Spielsitzung mit Dean Takahashi von GamesBeat, was viele Fans bereits vermutet hatten: Das Telefon steht nicht still. „Ich kann gar nicht beziffern, wie viele Unternehmen uns kontaktiert haben, um eine TV-Serie oder einen Film aus dieser Marke zu machen“, verriet Söderlund. Die Avancen der Filmstudios sind massiv, und die Versuchung, das eigene Universum auf Netflix, Amazon oder im Kino zu sehen, ist verständlicherweise groß. Das Universum von ARC Raiders mit seiner retro-futuristischen Ästhetik und den bedrohlichen Maschinen schreit förmlich nach einer visuellen Adaption.
Qualität vor schnellem Geld
Doch wer nun glaubt, dass die Verträge bereits unterschrieben sind und das Casting läuft, der irrt gewaltig. Söderlund betont, dass man sich dieser Herausforderung nur stellen wolle, wenn die Umsetzung makellos ist. „Wir hätten nichts dagegen, das zu tun. Es würde Spaß machen, aber es muss auf die richtige Weise geschehen“, so der CEO. Aktuell arbeite noch niemand im Team aktiv an einer Verfilmung. Diese Zurückhaltung zeugt von einer strategischen Reife, die man in der Branche oft vermisst. Embark will keinen Schnellschuss, der dem Ruf der Marke schaden könnte, sondern wartet auf das perfekte Konzept.
Im Schatten der Giganten
Der Kontext dieser Entscheidung könnte nicht spannender sein. Wir befinden uns in einer regelrechten Renaissance der Videospiel-Adaptionen. Nach den phänomenalen Erfolgen von The Super Mario Bros. Movie, dem Hype um HBOs The Last of Us und dem Triumphzug der Fallout-Serie von Amazon, liegt die Messlatte astronomisch hoch. Ein halbherziger Versuch würde in diesem Umfeld gnadenlos untergehen. Söderlund weiß genau: Wenn ARC Raiders den Sprung wagt, muss es in derselben Liga spielen wie diese Schwergewichte.
Das Spiel bleibt der Star
Während im Hintergrund verhandelt und taktiert wird, poliert das Team das Juwel, das sie bereits haben. Der Shooter entwickelt sich stetig weiter. Das „North Line“-Update brachte mit Stella Montis und neuen ARC-Maschinen frischen Wind, während „Cold Snap“ das Schlachtfeld mit eisigen Wettereffekten überzog. Trotz kleinerer technischer Schluckauf-Momente wie Bugs oder Matchmaking-Fehlern bleibt die Community treu: Das Spiel hält beeindruckende 90 Prozent seiner Spitzen-Spielerzahlen auf Steam. Das Fundament ist also stark genug für mehr.


