Hochschulen und Kliniken im Streikfieber: Gewerkschaften erhöhen Druck im Tarifstreit
Beschäftigte aus 22 Universitätskliniken in Deutschland setzen mit gezielten Warnstreiks ihren Kampf für bessere Tarifbedingungen fort und erhöhen damit den Druck im öffentlichen Dienst. Verdi zufolge sollen diese Ausstände an zahlreichen Standorten zusätzlich am Mittwoch fortgesetzt werden, während ein spezieller Campus-Warnstreiktag in mehr als 60 Städten geplant ist. Bei diesem Aktionstag wollen auch Mitarbeiter von Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf die Straße gehen, wobei an über 40 Orten Warnstreiks durchgeführt werden.
Seit Dezember stagnieren die Verhandlungen über die Gehälter der Landesbeschäftigten. Eine spürbare Annäherung zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist bislang nicht erkennbar. Für Dienstag und Mittwoch rechnen Klinikpatienten mit erheblichen Einschränkungen, doch soll die Notfallversorgung sichergestellt sein, verspricht Sylvia Bühler, Mitglied im Verdi-Vorstand.
Gleichzeitig hat der Beamtenbund dbb, der sowohl Tarifbeschäftigte als auch Beamte repräsentiert, die Landesbeschäftigten in Sachsen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgefordert. Gemeinsam mit Verdi und im Schulterschluss mit den Ländern fordern die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Lohn oder alternativ mindestens 300 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeberseite weist diese Forderungen als unfinanzierbar zurück und fehlt bislang mit einem Gegenangebot auf. Die Aussicht auf weitere Warnstreiks bis zur entscheidenden dritten Verhandlungsrunde vom 11. bis 13. Februar scheint unausweichlich.

