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Asyl-Wende brutal: 95 Prozent der Syrer abgelehnt – 2024 waren es null Prozent

10. April 2026, 09:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Asyl-Wende brutal: 95 Prozent der Syrer abgelehnt – 2024 waren es null Prozent
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Nur noch 5,3 Prozent der Syrer erhalten Schutzstatus. 2024 bekamen fast 100 Prozent Asyl. Christen bei 17 Prozent, Drusen bei 9,1 Prozent. Linke nennen Entscheidung unverantwortlich.
Nur noch 5,3 Prozent erhalten Schutzstatus, 2024 bekamen fast 100 Prozent Asyl oder Abschiebeschutz. Christen bei 17 Prozent, Drusen bei 9,1 Prozent. Jesiden bei 57 Prozent. Linke nennen Entscheidung unverantwortlich. Al-Scharaa-Besuch bei Merz war Signal.

Asylanträge von Syrern werden in Deutschland inzwischen größtenteils abgelehnt. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Abgeordneten Clara Bünger (Linke) hervorgeht, gilt dies in etwas geringerem Maße auch für Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten aus dem Land. Die Wende ist brutal, die Zahlen eindeutig, die Botschaft klar: Syrien gilt als sicher. Wer kommt, wird abgewiesen.

Diese klagen teilweise über Diskriminierung oder Verfolgung durch die neuen Machthaber in Syrien und mit ihnen verbündete bewaffnete Gruppen. Das war auch der Hintergrund mehrerer Protestaktionen rund um den Besuch von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Ende März. Doch die Proteste verhallten. Die Regierung hat entschieden: Syrien ist sicher genug.

Nur noch fünf von 100 Antragstellern bekommen Schutz

Laut Innenministerium wurde im vergangenen Jahr 5,3 Prozent der syrischen Staatsangehörigen, über deren Anträge das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entschied, ein Schutzstatus zugesprochen. Das heißt, sie wurden entweder als Flüchtlinge oder Asylberechtigte anerkannt oder erhielten einen eingeschränkten Schutzstatus oder es wurde für sie ein Abschiebeverbot ausgesprochen.

5,3 Prozent – das bedeutet: Von 100 Antragstellern bekommen 95 ein Nein. Sie dürfen nicht bleiben, müssen zurück, werden abgeschoben. Im Jahr 2024 hatte das Bamf noch fast 100 Prozent der Asylanträge von Syrern positiv beschieden oder zumindest ein Abschiebeverbot ausgesprochen. Die Kehrtwende könnte drastischer kaum sein.

Der sogenannte subsidiäre Schutz greift, wenn weder Flüchtlingsschutz noch Asylberechtigung gewährt werden können, dem Betroffenen jedoch im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht. Anträge, die inhaltlich nicht geprüft werden, etwa weil ein anderes EU-Land für das Asylverfahren eines Schutzsuchenden zuständig ist oder der Antrag zurückgezogen wurde, sind bei dieser Quote nicht berücksichtigt.

Christen bei 17 Prozent, Drusen bei 9,1 Prozent – Minderheiten werden nicht geschützt

Etwas höher war die sogenannte bereinigte Schutzquote bei Christen aus Syrien mit rund 17 Prozent. Für Angehörige der drusischen Minderheit lag sie bei 9,1 Prozent. Den Angaben zufolge wurde 2025 mehr als jedem zweiten Jesiden aus Syrien (57,1 Prozent) ein Schutzstatus zuerkannt. Bei den Alawiten galt das für jeden Fünften (20 Prozent).

Die Zahlen zeigen: Auch Minderheiten, die unter al-Scharaas Regime verfolgt werden, bekommen kaum Schutz. Christen haben eine 17-prozentige Chance – das heißt, 83 Prozent werden abgelehnt. Drusen haben nur 9,1 Prozent Chance – 91 Prozent werden zurückgeschickt. Selbst Alawiten, die unter den neuen Machthabern massiv diskriminiert werden, bekommen nur zu 20 Prozent Asyl.

Einzig Jesiden haben mit 57,1 Prozent eine realistische Chance. Doch auch hier gilt: Fast die Hälfte wird abgelehnt. Die Botschaft der Bundesregierung ist klar: Wer als Minderheit verfolgt wird, soll woanders Schutz suchen. Deutschland macht die Tore zu.

Linke nennen Entscheidung unverantwortlich – Regierung kontern nicht

Dass neue Anträge jetzt größtenteils abgelehnt werden, hält Linken-Politikerin Bünger für unverantwortlich. Sie sagt: „Es mangelt an grundlegender Versorgung mit Wohnungen, Wasser, Elektrizität, Bildung und Gesundheit." Die Argumentation ist klar: Syrien ist nicht sicher. Wer zurückkehrt, landet in einem Land ohne funktionierende Infrastruktur, ohne Sicherheit, ohne Zukunft.

Doch die Bundesregierung interessiert das nicht. Sie hat entschieden, dass Syrien sicher genug ist – und handelt danach. Al-Scharaas Besuch bei Merz war das Signal. Deutschland erkennt das neue Regime an, normalisiert die Beziehungen, schiebt ab. Die Linke protestiert, doch niemand hört zu.

Al-Scharaa-Besuch war das Signal – Abschiebungen werden kommen

Der Besuch von Ahmed al-Scharaa bei Bundeskanzler Friedrich Merz Ende März war kein diplomatisches Geplänkel. Es war ein Deal. Deutschland erkennt das Regime an, al-Scharaa nimmt Abgeschobene zurück. Die Zahlen beweisen: Der Deal funktioniert. Die Ablehnungsquote schnellte von null auf 95 Prozent hoch.

Die Frage ist nicht mehr, ob Deutschland Syrer abschiebt. Die Frage ist, wie viele und wie schnell. Die CSU hat bereits Pläne vorgelegt, Zehntausende zurückzuschicken. Die Infrastruktur dafür wird aufgebaut. Die rechtlichen Hürden werden abgebaut. Die Abschiebungen werden kommen – massenhaft.

Was das für die Syrer in Deutschland bedeutet

Über eine Million Syrer leben in Deutschland. Viele haben Familien gegründet, Arbeit gefunden, sich integriert. Doch ihr Status ist unsicher. Wer subsidiären Schutz hat, kann abgeschoben werden, sobald die Lage im Herkunftsland sich „verbessert". Die Bundesregierung hat entschieden: Die Lage hat sich verbessert. Also können sie zurück.

Die Ablehnungsquote von 95 Prozent ist erst der Anfang. Als Nächstes werden bestehende Schutzstatus überprüft, widerrufen, beendet. Dann kommen die Abschiebungen. Deutschland bereitet sich darauf vor – und die Syrer können nichts tun, außer hoffen, dass sie nicht auf der Liste stehen.

Politik / Asylpolitik / Syrien / Migration / Bundesregierung / Minderheiten
[InvestmentWeek] · 10.04.2026 · 09:00 Uhr
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