Heidelberg Materials auf umstrittener UN-Liste: Deutsche Zementfirma widerspricht
Das jüngst veröffentlichte Dokument des UN-Menschenrechtsbüros schlägt hohe Wellen in der Unternehmenswelt: Es listet Heidelberg Materials unter den Firmen, die im Siedlungsbau in von Israel besetzten Gebieten tätig sind. Damit steht erstmals eine deutsche Zementfirma im Rampenlicht eines internationalen Konflikts.
Heidelberg Materials reagierte prompt und bezeichnete die Nennung als ungerechtfertigt. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass die israelische Tochter Hanson Israel keine Aktivitäten in den umstrittenen Gebieten, inklusive Ostjerusalem, betreibe. Zudem habe Hanson Israel bereits 2023 alle Aktivitäten im umstrittenen Steinbruch Nahal Raba eingestellt und halte den Standort geschlossen.
Der Internationale Gerichtshof in Den Haag bewertet die israelischen Siedlungen als illegal. Insgesamt nennt die umstrittene Liste nun 158 Firmen, was einer Zunahme von 61 Unternehmen im Vergleich zur vorherigen Version entspricht. Der im Jahr 2016 beauftragte Bericht des UN-Menschenrechtsbüros strebt nach Transparenz, ohne direkte Konsequenzen für die gelisteten Firmen zu haben.
Während die Mehrheit der gelisteten Unternehmen aus Israel stammt, finden sich auch Firmen aus den USA, Großbritannien und Spanien wieder. Im Zuge dieser Kontroverse lehnt Israel die Kooperation mit dem UN-Menschenrechtsrat entschieden ab und wirft ihm Voreingenommenheit vor. Der Rat setzt sich aus 47 von der UN-Vollversammlung gewählten Ländern zusammen, die für drei Jahre im Amt verbleiben.

