Heftige Proteste am Großen Basar in Teheran: Ein Aufstand gegen die Währungskrise

Der historische Große Basar in Teheran, ein grundlegender Knotenpunkt des Handels und gesellschaftlichen Lebens, wurde erneut Schauplatz massiver Proteste. Augenzeugen und lokale Medien berichten von plötzlichen und heftigen Ausschreitungen, die von einem Zerwürfnis zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften geprägt waren. Der Auslöser dieser spontanen Versammlungen scheint die anhaltende Unruhe auf dem iranischen Devisenmarkt zu sein, die für viele Iraner zunehmend existenzbedrohend ist.
In sozialen Medien zirkulieren zahlreiche Videos, die eindringliche Bilder von den Protesten zeigen. Menschenmengen durchstreifen die verwinkelten Gassen des Basars und skandieren kraftvolle Protestslogans wie „Freiheit, Freiheit, Freiheit“. Diesen Szenen folgte der Einsatz von Tränengas durch Sicherheitskräfte, wie das Menschenrechtsnetzwerk HRANA auf der Plattform X bekannt gab. Zahlreiche Einwohner der Stadt schlossen sich den Protesten der Händler an, die eine breite Resonanz gefunden haben.
Besonders alarmierend ist der dramatische Absturz der nationalen Währung. Der Wechselkurs des Euro erreichte auf dem freien Devisenmarkt schwindelerregende Höhen von über 1,7 Millionen Rial, wie iranische Finanzportale berichten. Die Krise der Landeswährung, die weitere Verluste seit Beginn der Proteste verzeichnet, wirkte wie ein Katalysator für die jüngsten Unruhen, die vorrangig durch enttäuschte und wütende Händler entfacht wurden.
Vor dem Hintergrund der Proteste reagierte der Staatsapparat mit zunehmender Härte auf die Demonstrationen, die sich auch auf ländliche Gebiete ausweiten. Die Justiz der Islamischen Republik kündigte an, mit strenger Hand vorzugehen. Bisher forderte der Einsatz von Gewalt mindestens 29 Menschenleben, zudem wurden mehr als 1.200 Personen festgenommen, wie das Menschenrechtsnetzwerk HRANA berichtet.
Der Große Basar von Teheran, ein über Jahrhunderte sich entwickelndes Labyrinth aus überdachten Gassen, ist mehr als nur ein Handelsplatz. Hier zeigen sich die mächtigen Stimmen der Händler, die in der Vergangenheit bereits signifikant Einfluss auf Protestbewegungen im Iran ausgeübt haben. Die jüngsten Ereignisse unterstreichen einmal mehr ihre herausragende Rolle im sozialen und politischen Gefüge des Landes.

