Handelskonflikt: Trump eskaliert im Umgang mit Kanada
US-Präsident Donald Trump hat seine Bereitschaft signalisiert, die wirtschaftlichen Spannungen mit Kanada weiter zu verschärfen, indem er mit zusätzlichen Zöllen auf kanadische Agrarprodukte droht. Insbesondere im Bereich der Landwirtschaft könnte es zu Tarifen von bis zu 250 Prozent kommen. Grund für diese drastischen Schritte sei laut Trump die ihrer Meinung nach unfairen Handelspraktiken Kanadas, die es nahezu unmöglich machen, bestimmte US-Produkte wie Milchprodukte und Holz jenseits der nördlichen Grenze abzusetzen. Er betonte, dass die USA bereit seien, die gleichen Zölle zu erheben, falls Kanada seine Handelsbarrieren nicht beseitigt.
Tatsächlich erhebt Kanada auf einige Milchprodukte Zölle, die über 200 Prozent hinausgehen, vor allem wenn Importquoten überschritten werden. Dahinter steht der Wunsch, die heimische Landwirtschaft vor massiven Preisverfällen zu schützen. Im Gegenzug sind die US-Zölle auf kanadische Milchprodukte deutlich niedriger. Der Disput über Kanadas Mengenregulierungssystem sorgt seit längerem für Spannungen zwischen den beiden Nationen.
Gleichzeitig hält Kanada unbeirrt an seinen Gegenzöllen in gleicher Größenordnung fest, die sich auf Waren im Wert von jährlich knapp 20 Milliarden Euro belaufen. Premierminister Justin Trudeau verschob jedoch die Umsetzung einer geplanten zweiten Zölle-Runde, die ursprünglich für Ende März vorgesehen war, auf den 2. April. Dies entspricht dem Datum, an dem Trump seine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen will.
Die politische Landschaft Kanadas zeigt in dieser Krise Geschlossenheit. Die Provinzen reagierten ihrerseits mit eigenen Vergeltungsmaßnahmen und üben scharfe Kritik an Washingtons Handelsstrategie. Doug Ford, der Regierungschef von Ontario, drohte mit zusätzlichen Gebühren auf Stromexporte in bestimmte US-Bundesstaaten, während kanadische Einzelhändler als Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen zunehmend US-Alkoholprodukte aus ihrem Sortiment nehmen.

