Handwerk fordert Reformen: Abschaffung von Sonntagsbackverbot und Bonpflicht gefordert

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, setzt sich mit Nachdruck für die Abschaffung des sogenannten Sonntagsbackverbots für Bäcker sowie der Bonpflicht ein. Dittrich bemängelt einen fehlenden Fortschritt in der Umsetzung dieser im Koalitionsvertrag vereinbarten Reformen und spricht von einem generellen "Reformstillstand". Während Tankstellen und Backstationen sonntags frische Brötchen aufbacken dürfen, bleibt das ortsansässige Bäckerhandwerk aufgrund des derzeitigen Arbeitszeitgesetzes benachteiligt. Dittrich kritisiert, dass die Bäcker an Sonn- und Feiertagen lediglich für drei Stunden tätig sein dürfen, während andere Verkaufspunkte größere Freiheiten genießen. Diese Regelung sorgt seiner Meinung nach für einen ungleichen Wettbewerb und beschneidet die unternehmerische Freiheit sowie die Flexibilität der Handwerksbetriebe. Viele Bäcker und Angestellte würden gerne an diesen Tagen arbeiten, um von Arbeitszeit-Zuschlägen zu profitieren, doch die gesetzlichen Regelungen erlauben dies nur eingeschränkt.
Ein weiteres Relikt des Reformstillstands sei die ungeliebte Bonpflicht. Dittrich hebt hervor, dass die Bundeskoalition die Abschaffung dieser Pflicht versprochen hatte, jedoch sei dies bislang nicht geschehen. Er bezeichnet die Bonpflicht als "lästig" und kritisiert, dass sie mit der Produktion unzähliger Papierbons verbundene ökologische und organisatorische Belastungen mit sich bringe, während ihr Nutzen für Kunden und kleine Betriebe kaum erkennbar sei. Der ursprüngliche Zweck der Regelung, Steuerbetrug durch manipulierte Ladenkassen zu verhindern, könne ab 2027 durch die Einführung einer Registrierkassenpflicht für größere Geschäfte erfüllt werden.

